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«Ich weiss nicht, was ich sagen soll»

Nach dem Sieg im 108. Paris-Roubaix war Fabian Cancellara erst einmal sprachlos. Nach und nach realisierte er, dass ihm «ein grosser Coup gelungen» ist.

Fabian Cancellara ist ein Fahrer, der sich seine Ziele sehr bewusst aussucht. Und sie dann auch erreicht. Vor einer Woche dominierte er gegen Tom Boonen in der Flandern-Rundfahrt. Nur acht Tage später realisierte der Berner das Double mit dem Sieg bei Paris-Roubaix. Erst neun Fahrern war dies vor Cancellara gelungen.

Dass er es in der Hölle des Nordens, wie die älteste Classique mit den 27 Kopfsteinpflaster-Abschnitten gerne genannt wird, ebenfalls schaffte, rührte Cancellara. Als ihn das französische TV fast unmittelbar nach der Zieldurchfahrt zum Interview bat, war der Berner, der sonst für seinen Redefluss bekannt ist, sprachlos. «Ich weiss nicht, was ich sagen soll. No comment», sagte er ins Mikrofon, ehe ihn Juan Antonio Flecha erlöste. Der Spanier, der als Dritter ins Ziel kam, gratulierte dem Schweizer, der danach noch einmal die Emotionen noch einmal in Stille aufsog.

Rennen von Eddy Merckx angeschaut

Zum zweiten Mal nach 2006 streckte er einen Pflasterstein, der in Roubaix dem Sieger jeweils überreicht wird, in die Höhe. «Was soll ich sagen. Ich wollte das Double», sagte er, als er sich ein wenig gefasst hatte. Es sein Antrieb, seine Motivation gewesen. Cancellara ist sich durchaus bewusst, dass er auch in historischen Dimensionen denkt. «Mir ist heute ein grosser Coup gelungen», erklärte er deshalb.

Und dass er das Rennen mit einer langen Solofahrt gewann, beeindruckte die Beobachter. Inspiration holte sich der Berner auch bei den ganz Grossen. «Ich schaute mir viele Rennen aus früheren Zeiten an. Solche von Eddy Merckx», erklärte Cancellara. Und mit seinem zweiten Sieg im traditionsreichen Rennen reiht sich der Zeitfahr-Weltmeister und Olympiasieger durchaus auch in die Phalanx der grossen Namen.

Cancellara gewann zum vierten Mal in seiner Karriere eines der fünf Monumente, wie die fünf grossen Eintagesrennen genannt werden. 2006 hatte der 29-Jährige Paris-Roubaix ein erstes Mal gewonnen, 2008 siegte er bei Mailand-Sanremo und vor einer Woche hatte er in der Flandern-Rundfahrt triumphiert. Cancellara tat es zudem Heiri Suter gleich, der 1923 ebenfalls sowohl in Flandern als auch in Roubaix gewonnen hatte. Suter und Cancellara sind die einzigen beiden Schweizer, welche diese beiden Rennen zumindest einmal gewannen. Das Double Flandern/Roubaix schaffte zuletzt vor fünf Jahren der Belgier Tom Boonen, der aber diesmal wie alle anderen absolut chancenlos war.

si/son

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