«Ich wollte sie aus dem Konzept bringen»

Nicola Spirig verrät während der Silberfeier im Schweizer Haus in Rio, mit welchem Psychotrick sie ihre Gegnerin ärgerte.

«Ich habe ihr vorgeschlagen, dass wir uns die Arbeit teilen»: Nicola Spirig im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet. (Video: Sebastian Rieder)

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Beinahe wäre ihr wieder der grosse Coup gelungen. Vier Jahre nach der Goldmedaille in London war auch an diesem Samstag in Rio de Janeiro der Olympiasieg zum Greifen nah. Wenige Kilometer vor dem Ziel lief die 34-jährige Zürcherin zusammen mit Gwen Jorgensen vorne weg und hatte den zweiten Triumph im Triathlon vor Augen.

Die vier Jahre jüngeren US-Amerikanerin hatte im Gegensatz zu Spirig aber noch Reserven, wollte aber in den schwierigen Passagen keine Führungsarbeit verrichten. Spirig hatte sich zuvor auf dem Rad fleissig in den Wind gestellt und wollte dann beim Laufen nicht auch noch die letzte Energie verpuffen.

Im Schlussteil drückte die Bise noch einmal voll auf die Brust, zwischen Jorgensen und Spirig entbrannte darauf ein kleines Wortgefecht. «Ich habe ihr vorgeschlagen, dass wir uns die Arbeit teilen. Sie lehnte das aber ab und sagte mir, sie habe schon mehr gemacht als ich», schildert Spirig das Zwiegespräch kurz vor dem Ziel.

Umarmung im Ziel

Spirig griff in der Folge in die verbale Trickkiste und startete eine Art Trashtalk. «Ich habe Jorgensen dann gesagt, dass ich nicht mehr führen müsse, weil ich schon eine Goldmedaille habe.» Spirig forderte Jorgensen auf, mehr zu machen. «Ich wollte sie so aus dem Konzept bringen.»

Die Triathlon-Weltmeisterin aus Wisconsin aber liess sich nicht irritieren, konzentrierte sich auf die Beine und erhöhte noch einmal die Kadenz. «Sie hat das dann souverän gemacht und verdient Gold gewonnen», sagt Spirig. 40 Sekunden verlor sie am Ende und zeigte sich trotz der Niederlage mit einer Umarmung im Ziel als faire Verliererin.

Erstellt: 21.08.2016, 03:48 Uhr

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