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Interessiert sich Angela Merkel nur für Fussball?

Die Bundeskanzlerin fehlte an der EM in Berlin. Nun reagiert sie auf die Kritik der deutschen Athleten.

Das hätten sich die Leichtathleten gewünscht: Angela Merkel gratuliert Philipp Lahm zum WM-Titel.
Das hätten sich die Leichtathleten gewünscht: Angela Merkel gratuliert Philipp Lahm zum WM-Titel.
Keystone

Zumindest der Leichtathletik-Teil der European Championships muss sich für Deutschland angefühlt haben wie ein zweites Sommermärchen. Viele Zuschauer in Berlin, bestes Wetter, erfolgreiche deutsche Athleten, geschlagen auch dieses Mal unter anderem von den Italienern. Deutschland ist, beachtet man alle Wettkämpfe, also auch jene in Glasgow, Fünfter im Medaillenspiegel.

Dass die Championships aber nicht ein ganz so grosses Fest wurden wie die Fussball-WM 2006 hängt natürlich mit den Sportarten zusammen. Aber auch mit Angela Merkel. Aus den Reihen der Athleten tönen in diesen Tagen kritische Stimmen. Sie erinnern sich, wie Merkel auf dem Rasen von Stuttgart nach dem Spiel um Platz 3 ihre Landsmänner herzte, ihnen zum Erfolg gratulierte. Die gleichen Szenen gab es an der WM acht Jahre später in Brasilien, nicht aber vergangene Woche in Berlin.

«Ein kleiner Gruss ist nicht verkehrt»

Christina Schwanitz hätte im Olympiastadion eigentlich Grund zur Freude gehabt, schliesslich gewann sie im Kugelstossen Silber. Und doch war sie ob der Absenz Merkels mürrisch. «Nach Rio de Janeiro kann sie fliegen und ist mehrere Tage nicht auf Arbeit. Im Fussball gehts», sagte Schwanitz nach ihrem Erfolg im ZDF-Sportstudio. Zehnkampf-Europameister Arthur Abele sieht es ähnlich: «Man kann einen kleinen Abstecher machen oder vielleicht einen kleinen Gruss ins Stadion, das ist nicht verkehrt.»

Schwanitz und Abele fühlen sich nicht genug wertgeschätzt. Merkel weilte während eines Grossteils der Europameisterschaft in den Ferien. Abele will das nicht gelten lassen. Schliesslich hätte sie sich auch über die sozialen Medien melden können. «Dann wäre das für alle eine tolle Situation.» Am vergangenen Wochenende, dem letzten der EM und kurz nach ihren Ferien war Merkel dann beim spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez zu Besuch.

Die Gratulationen der Bundeskanzlerin kamen dann doch noch. «Glückwunsch an alle Medaillengewinner, aber auch an die, die auf den hinteren Plätzen für sich persönlich Grosses geleistet haben», liess Merkel über Regierungssprecher Steffen Seibert ausrichten. Weiter sagte Seibert, dass Fussball Merkel wichtig sei, sie sich aber auch für andere Disziplinen interessiere, in denen Gewinner nicht Millionengagen verlangen können.

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