Ironman findet ab 2020 in Thun statt

Die Stadt Thun löst Zürich im Sommer 2020 als Austragungsort des Langdistanz-Triathlons Ironman Switzerland ab. Die Organisatoren erwarten 2000 Athletinnen und Athleten.

«Wichtig ist, dass man den Effekt nicht verpuffen lässt»: Thuns Stadtpräsident Raphael Lanz will seine Stadt mit dem Ironman bekannter machen. Video: Stephanie Jungo / Florine Schönmann

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Der Termin ist gesetzt: Am Sonntag, 12. Juli 2020, wird erstmals ein Langdistanz-Triathlon der Ironman-Serie in Thun ausgetragen. Organisiert von der Ironman Switzerland AG. «Dies macht einfach Freude», sagte der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) am Mittwoch vor den Medien.

Und meinte gegenüber dieser Zeitung: «Mitmachen werde ich nicht, das ist eine Liga zu hoch für mich.» Zumal es um drei Disziplinen geht: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren, und zum Dessert wartet ein Marathonlauf über 42,195 Kilometer.

Damit luchst Thun der Stadt Zürich einen schweizweit und medial sehr beachteten Anlass ab. Dort wurde der Ironman Switzerland seit 1997 durchgeführt. «Wir haben uns auf eine bis 2024 gültige Vereinbarung geeinigt», erläuterte Nico Aeschimann, Geschäftsleiter Ironman Switzerland AG.

«Die Athleten sind froh, wenn das Wasser nicht zu warm ist»: Nico Aeschimann, Geschäftsleiter von Ironman Switzerland, über die Strecke in Thun. Video: Stephanie Jungo / Florine Schönmann

Diese sieht vor, ab 2020 in der Region Thun jährlich einen Ironman-Triathlon über die klassische Distanz durchzuführen. «Der Ironman passt hervorragend in die wunderbare Gegend um Thun und zu den strategischen Zielen der Stadt. Wir freuen uns, diesen internationalen Sportanlass als Gastgeber zu begrüssen», meinte der Stadtpräsident weiter.

«Der Ironman passt hervorragend in die wunderbare Gegend um Thun und zu den strategischen Zielen der Stadt.»Raphael Lanz, Thuner Stadtpräsident (SVP)

Thun werde diesen Anlass pro Jahr mit «einem tiefen sechsstelligen Betrag unterstützen». Im Gegenzug rechnet er mit einer veritablen Wertschöpfung, die derzeit aber noch schwierig zu definieren sei.

Umfassende Verhandlungen

«Wir haben lange darauf hingearbeitet, jetzt haben wir einen über fünf Jahre wiederkehrenden, zuverlässigen Anlass im Sportkalender der Stadt», hielt Roman Gimmel (SVP), Thuner Gemeinderat und Präsident von Thun-Thunersee Tourismus, am Mittwoch fest. Für die Tourismusregion Thun-Thunersee und nicht zuletzt auch für den Kanton Bern sei der Ironman eine fantastische Gelegenheit, um sich als erlebnisreiche Gegend zu präsentieren.

Das sind die Schwimm-, Rad- und Laufstrecken des Ironman Thun. Start und Ziel sind auf dem Lachenareal.

«Thun erscheint damit auf der internationalen Landkarte», betonte er. Die Teilnehmenden und Zuschauer aus aller Welt würden von der einzigartigen Landschaft mit See und Bergen begeistert sein, zeigte sich Roman Gimmel überzeugt.

«Wir haben lange darauf hingearbeitet, jetzt haben wir einen über fünf Jahre wiederkehrenden, zuverlässigen Anlass im Sportkalender der Stadt.»Roman Gimmel, Thuner Gemeinderat (SVP) und Präsident von Thun-Thunersee Tourismus

Mit dem Vertragsabschluss konnten umfangreiche Verhandlungen mit den Organisatoren erfolgreich abgeschlossen werden. Die ersten Kontakte seitens der Stadt Thun waren bereits 2014 erfolgt. Die Federführung lag bei Frank Heinzmann, Chef des Thuner Amts für Bildung und Sport.

50'000 Zuschauer erwartet

Die Organisatoren erwarten rund 2000 Athletinnen und Athleten aus aller Welt in Thun. Diese werden um 40 Qualifikationsplätze für die Ironman-Weltmeisterschaft, die alljährlich im Herbst in Hawaii (USA) stattfindet, kämpfen. Gegen 1000 freiwillige Helfer werden für die Durchführung des sportlichen Grossanlasses im Einsatz stehen.

Die Ironman-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer werden sich ab nächstem Jahr zum Wettkampfauftakt nicht mehr wie auf diesem Bild in den Zürichsee, sondern neu in den Thunersee stürzen. Foto: Keystone

Die Organisatoren rechnen mit rund 50'000 Zuschauern entlang der Strecke. «Für Helferinnen und Helfer werden wir lokale Vereine anfragen», erläuterte Geschäftsführer Nico Aeschimann, der für den jährlichen Anlass mit einem Budget von 1,2 Millionen Franken rechnet.

Basis im Lachenareal

Die Basis des Wettkampfs liegt im Thuner Lachenareal. Die Schwimmstrecke startet im Strandbad und wird in einem Rundkurs im Thunersee absolviert. Die Radstrecke führt in zwei Runden via Gwatt, Zwieselberg, Thierachern, Seftigen nach Belp, anschliessend via Mühlethurnen nach Riggisberg, Mamishaus, Rüti bei Riggisberg und über Wattenwil und durch das Stockental zurück nach Thun.

Freuen sich, dass der Grossevent nach Thun kommt (von links): Der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz, Nico Aeschimann (Geschäftsleiter Ironman Switzerland AG) und der Thuner Gemeinderat und Präsident von Thun-Thunersee Tourismus, Roman Gimmel. Foto: Patric Spahni

Die Laufstrecke, die mehrmals absolviert wird, orientiert sich an der Strecke des Thuner Stadtlaufs und führt vom Lachenareal quer durch die Thuner Innenstadt das Seeufer entlang nach Hünibach und zurück.

«Die Streckenführung ist noch provisorisch», betonte Geschäftsleiter Nico Aeschimann. Detailinformationen zu möglichen Zufahrtsbeschränkungen und Verkehrsbehinderungen werden die Organisatoren frühzeitig liefern. «Bezüglich Verkehrsorganisation werden wir auf die Erfahrungen des Stadtlaufes zurückgreifen können», erklärte der Stadtpräsident.

Erstellt: 03.04.2019, 19:01 Uhr

Bedauern in Zürich

«Wir bedauern den Wegzug, die Stadt Thun kann sich auf einen tollen Anlass freuen», sagte Lukas Wigger, Mediensprecher der Präsidialabteilung der Stadt Zürich, am Mittwoch auf Anfrage.

Wigger kann nachvollziehen, dass sich die Organisatoren nach 23 Jahren neu ausrichten wollten. Er spricht dabei von einem sportlichen Wettkampf unter den Städten und nennt als Beispiel das Formel-E Rennen, das im vergangenen Jahr in Zürich stattfand, heuer in Bern und im nächsten Jahr wieder in Zürich über die Bühne gehen wird.

Die Stadt Zürich habe den Ironman-Anlass in den vergangenen drei Jahren jeweils mit einem Beitrag von 72 500 Franken unterstützt. Bis 2014 sei auch noch das der Stadt gehörende Elektrizitätswerk dabei gewesen, weshalb ein Sponsorenbeitrag von rund 400'000 Franken zusammen kam.

Ob der Rückzug des Elektrizitätswerks zur Neuausrichtung geführt habe, kann der Mediensprecher nur vermuten. Zürich jedenfalls werde weiterhin mit den Ironman Switzerland-Organisation zusammenarbeiten und ab 2020 in Zürich einen Multisportevent durchführen.

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