Zum Hauptinhalt springen

Klitschkos schreiben Boxgeschichte

In einem der besten WM-Kämpfe der letzten Jahre siegte Wladimir Klitschko gegen David Haye nach Punkten.

Wladimir Klitschko mit der Linken im Ziel. Wie gewohnt versuchte er aus der Distanz mit der Führhand den Kampf zu bestimmen.
Wladimir Klitschko mit der Linken im Ziel. Wie gewohnt versuchte er aus der Distanz mit der Führhand den Kampf zu bestimmen.
Keystone
Versuch mit der Rechten. Haye konnte dank seiner Beweglichkeit viele Treffer vermeiden...
Versuch mit der Rechten. Haye konnte dank seiner Beweglichkeit viele Treffer vermeiden...
Keystone
Das Wetter spielte am Kampfabend nicht mit. Der Ring und die meisten Plätze in den Zuschauerrängen waren jedoch überdacht.
Das Wetter spielte am Kampfabend nicht mit. Der Ring und die meisten Plätze in den Zuschauerrängen waren jedoch überdacht.
Keystone
1 / 8

Etwa 45'000 Zuschauer verfolgten in der Hamburger Fussball-Arena die Schwergewichts-WM-Titelvereinigung. Der Kampf ging über die volle Distanz von 12 Runden. Mit dem Sieg gegen Haye ist der 35-jährige Ukrainer nun auch WBA-Titelträger. Die Punktrichter sahen den bisherigen IBF- und WBO-Champion Wladimir Klitschko ein wenig zu deutlich mit 117:109, 118:108 und 116:110 voran. Der tempostarke Kampf erfüllte die hochgesteckten Erwartungen vollends.

Mit dem Sieg schreiben die Klitschkos ein Stück Boxgeschichte: Alle wichtigen Schwergewichtstitel sind nun im Besitz der Familie Klitschko, Wladmirs älterer Bruder Witali ist WBC-Champion.

Bester Schwergewichtskampf seit Jahren

Es war der beste Schwergewichts-WM-Kampf der letzten Jahre. David Haye imponierte mit schnellen Fäusten und starken Reflexen, während Wladimir Klitschko in seinem 19. WM-Kampf die Ringmitte von der ersten bis zur letzten Runde beherrschte und auch deshalb den Kampf verdient gewann. Wladimir Klitschko bestimmte mit seiner Führhand die Gangart. Haye kam mit seinen Kontern ab und zu durch.

«Haye war unglaublich schnell»

Haye, der von 13'000 britischen Fans unterstützt wurde, konnte aus der Distanz mit schnellen Kombinationen die Schlagdistanz zwar verkürzen, doch mehr als Klitschko hie und da zu erschüttern, lag nicht drin. Aber Wladimir Klitschko gab zu: «Haye war unglaublich schnell und boxte variabel. Ich versuchte, ihn auszuknocken. Meine Cuts (an der Nase und unterhalb des linken Auges - Red.) habe ich im Verlaufe des Kampfes nicht gespürt. Haye hat gegenüber mir nach dem Kampf zugegeben, dass er den Kampf verloren habe. Jetzt habe ich die WM-Gürtel für die Klitschko-Familie eingesammelt (Wladimirs fünf Jahre älterer Bruder Witali ist WBC-Champion - Red.).»

Haye beklagte eine Verletzung am rechten Fuss, die ihn bereits in der Vorbereitung behindert hatte. Haye: «Auch Schmerzmittel halfen nicht wirklich. Jedes Mal, wenn ich im Kampf rechts abstossen wollte, konnte ich dies nicht tun. Doch Wladimir hat verdient gewonnen. Ich hätte ihn k.o. schlagen müssen. Doch dafür fehlte mir die Explosivität.»

Haye liess alle auf sich warten

David Haye liess zunächst alle auf sich warten. Erst nach über zehnminütiger Wartezeit öffnete sich seine Kabinentür, dann liess sich der Engländer mit Getöse in den Ring eskortieren. Dann zeigte er aber einen tempostarken Fight und blieb mit weit hergeholten Haken stets gefährlich. Allerdings zeigte er auch Mätzchen; vorab sein schwalbenähnliches Abtauchen in Klitschkos Körpernähe sorgte für Unmut.

Klitschko wurde vom Ringrichter wegen angeblichen Wegstossens in der 7. Runde gar ein Punkt abgezogen, in der 11. Runde wurde Haye für sein wiederholtes Abtauchen angezählt. «Der Punktabzug gegen Wladimir Klitschko war völlig falsch», betonte Wladimir Klitschkos Trainer Emanuel Steward. Wladimir Klitschko baute am Ende aber seine Bilanz auf 56 Siege in 59 Kämpfen aus. Haye musste die zweite Niederlage in 27 Profi-Kämpfen hinnehmen.

Es herrschten kühle Temperaturen in der Heimarena des Hamburger SV (um 14 Grad und Regen bis vor Kampfbeginn). Unter einer schützenden 24 mal 22 Meter grossen Plane, die in 15 Metern Höhe über den Ring und die angrenzenden Zuschauerreihen gespannt war, trugen die beiden das als teuerstes Duell in der deutschen Box-Geschichte geltende Spektakel aus. Der Kampf wurde in 150 Länder übertragen. Beide Boxer kassieren aus den Einnahmen des Fights über zwölf Millionen Euro.

si/ah

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch