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Lance Armstrong – die Aura des Umstrittenen

Der amerikanische Radprofi zeigt sich an der Tour de Suisse entspannt.

Die Tour de Suisse muss Lance Armstrong wie eine Fahrt ins Blaue vorkommen. Nur wenige Leute stehen am Samstag in Lugano und gestern in Ascona vor dem Bus seines Radio-Shack-Teams. Elastische Bänder, wie man sie vom Schlangestehen am Flughafen kennt, trennen die Fahrer von den Fans. «An der Tour de France ginge das niemals so. Dort brauchen wir jeweils massive Absperrungen – kein Wunder, dort warten auch hundertmal mehr Leute vor dem Bus», sagt Philippe Maertens, der als Team-Sprecher Armstrong stets zur Seite steht.

Entsprechend locker widmet sich der 38-Jährige kurz vor dem Start für ein paar Minuten den Wartenden. Beantwortet Fragen, nimmt fürs Bild im Familienalbum auch das mitgebrachte Kleinkind auf den Arm. Er scheint gut gelaunt, gibt sich auskunftsfreudig mit der in die Stirn geschobenen Sonnenbrille. Frust über den mageren Rang 44 im Prolog? Weit gefehlt. Vielmehr zeigt er Altersmilde. «Ich habe so kurze Strecken nicht mehr drauf», sagt er und bestätigt das Bild, das er am Samstag auf den 7,6 km von Lugano abgab. Mit zu hoher Kadenz wollte er den Anstieg Richtung Bré bezwingen, pedalte fast im Leerlauf und kam nie richtig auf Touren. Lange Anstiege wie gestern auf den Simplonpass liegen ihm besser. Zudem habe er am Samstag vor dem Start im Fernsehen die Fahrt von Teamkollege Klöden und dessen Rutscher auf der nassen Strasse gesehen und nichts riskieren wollen. Die Tour de Suisse ist nur ein Zwischenhalt auf dem Weg zum grossen Ziel: Tour-deFrance-Sieg Nummer 8.

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