Der Zweihänder, Seitenstechen und rote Backen

Die erste Hälfte des Silvesterlaufs gehört jeweils den Kindern – Tausende fordern dabei ihre Eltern auf verschiedenste Weise.

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Als die Eliteläuferinnen und -läufer am frühen Nachmittag ihre Speedrunden ums Fraumünster drehten, hatte der Zürcher Silvesterlauf schon längst eine ganze Reihe Sieger: Der städtische Räumungsdienst, der mit Pflug und Salz dem scheinbar zur Gewohnheit werdenden Schnee zu Leibe gerückt war und für gute Verhältnisse bei dieser mässigen Ausgangslage gesorgt hatte. Und dann natürlich Tausende von Kindern, die bereits um die Mittagszeit um ein grosses Erlebnis und einen Satz roter Backen reicher waren.

Auszumachen ist es ja im Nachhinein nicht mehr, wer wen für dieses kleine Adventsabenteuer motiviert hatte, für diesen Familienlauf über eineinhalb ­Kilometer durch die Altstadtgassen, ob der Vater den Sohn, das Töchterchen das Mami, ob gequengelt wurde, bis die Anmeldung getätigt war, oder: ob es sich gar um ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk handelte.

Offensichtlich aber war: Spass, Ehrgeiz, grosse Augen, ganz oft Tschuttischuhe und vereinzelt noch ein Plüschmaskottli waren bei diesem Frischeluftschnappen mitgekommen. Am Start kaum zu halten, im Ziel mit Seitenstechen und hängender Zunge: Anstrengend war das! Und lang! Und am Anfang war ich bei den Ersten und zuletzt nicht mehr, es ging einfach nicht schneller! Waren dies trotzdem die ersten Schritte in ein Läuferleben? Wer weiss. Dass für manch Elternteil im Vaki- und Mukirennen der Zweihänder die grösste Herausforderung war, kam meist unerwartet. An der linken Hand der Dreikäsehoch mit Mikroschritten im Schlepptau, und rechts, vorwärts zerrend, der zwei Käse höhere mit dem Drang zur Aufholjagd. Wie anders, wenn man im Superman-Gwändli antritt?

Und was machen die Stars im Ziel jeweils? Genau. Faust recken, abklatschen – gut beobachtet.

Erstellt: 16.12.2018, 16:40 Uhr

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