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Neuseeland bittet zum Tanz

Die All Blacks inszenieren sich beim Start zur Rugby-WM in Neuseeland auf beeindruckende Art und Weise. Zum Auftakt kamen die Gastgeber auch zu einem sportlichen Erfolg.

Ein tätowierter Maori-Krieger versucht die Zuschauer einzuschüchtern. (9. September 2011)
Ein tätowierter Maori-Krieger versucht die Zuschauer einzuschüchtern. (9. September 2011)
Keystone
Schwer bewaffnet und mit Federn geschmückt: Maori an der Eröffnungszeremonie in Auckland, Neuseeland. (9. September 2011)
Schwer bewaffnet und mit Federn geschmückt: Maori an der Eröffnungszeremonie in Auckland, Neuseeland. (9. September 2011)
Reuters
Wer ist stärker? Der südafrikanischer Rugbyspieler Chilliboy Ralepelle scherzt mit dem Maori Toa Waaka bei der Ankunft. (6. September 2011)
Wer ist stärker? Der südafrikanischer Rugbyspieler Chilliboy Ralepelle scherzt mit dem Maori Toa Waaka bei der Ankunft. (6. September 2011)
Reuters
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Vor 60'000 Zuschauern im ausverkauften Eden Park in Auckland legte der WM-Gastgeber zunächst los wie die Feuerwehr, liess dann aber in der zweiten Halbzeit etwas nach. Neuseelands Spielmacher Carter (neun Punkte), Israel Dagg und Richard Kahui (je zehn Punkte) waren die erfolgreichsten Spieler der All Blacks. Für den Weltranglisten-Zwölften Tonga, der im vierten Duell mit Neuseeland das beste Resultat erzielte (zuvor 9:45, 0:102, 7:91), punkteten Kurt Morath und Alisona Taumalolo.

Beide Teams hatten vor dem Spiel ihre jeweiligen Kriegstänze aufgeführt. Zunächst Tonga den Sipi Tau, dann die All Blacks ihren Haka. Eröffnet worden war die siebte Rugby-WM mit einer gut 45-minütigen Zeremonie im Eden Park und einem spektakulären Feuerwerk im Hafen von Auckland.

Fünf Titelanwärter

Zwanzig Mannschaften bestreiten die Rugby-WM. Realistische Titelchancen besitzen allerdings nur fünf Nationen. Obwohl sich der alle vier Jahre stattfindende Anlass im letzten Vierteljahrhundert zu einem der grössten Sportevents gemausert hat, ist die Breite im Rugby nicht zu vergleichen mit derjenigen in anderen Sportarten. Neuseeland, Australien, Südafrika, Frankreich und England sind tonangebend. Argentinien, Italien, Irland, Schottland, Fidschi, Tonga und Wales zumindest so stark, dass ihnen vereinzelte Exploits zuzutrauen sind.

Doch selbst die dritte und vierte Garde in der Rugby-Welt ist über die Jahre ungefähr dieselbe geblieben mit Mannschaften wie Georgien, Kanada, Namibia oder Samoa. Der einzige Turnier-Neuling in Neuseeland ist Russland, das sich einen von acht Qualifikationsplätzen sicherte. Die restlichen WM-Plätze gehen jeweils an die besten zwölf Mannschaften des vorangegangenen Turniers. Die Schweiz ist als Nummer 56 der Weltrangliste (von 93) weit von einer WM-Teilnahme entfernt.

4,2 Milliarden TV-Zuschauer

Das grosse Interesse beschränkt sich zwar auf wenige Länder. Trotzdem ist es ein äusserst lukrativer Anlass. Die 48 WM-Partien vor vier Jahren in Frankreich verfolgten fast 2,3 Millionen Personen in den Stadien und 4,2 Milliarden vor den Bildschirmen. Den Halbfinal zwischen England und Südafrika sahen alleine in Grossbritannien 16 Millionen, den Viertelfinal zwischen Frankreich und Neuseeland verfolgten im damaligen Gastgeberland sogar knapp 17 Millionen TV-Zuschauer. Das sind Quoten, die ansonsten nur bei Fussball-Grossanlässen erreicht werden.

Auch in Australien, Südafrika und Neuseeland ist die Rugby-WM das sportliche Highlight des Jahres. Die südafrikanischen Titelverteidiger um Starspieler Bryan Habana wurden beim Abflug Richtung Neuseeland von 65'000 Fans verabschiedet. In Neuseeland erscheinen ab und zu auch mal 5000 Leute zu einem einfachen Training der All Blacks. Rugby ist in Neuseeland der inoffizielle Nationalsport. Im 4,5 Millionen Einwohner zählenden Land gibt es nahezu 150'000 Lizenzierte.

Die Neuseeländer sind die grossen Titelfavoriten. Der Weltmeister von 1987, der mit Dan Carter einen der besten Fly-halves (eine Art Spielmacher im Rugby) der Geschichte in seinen Reihen zählt, musste sich im letzten Ernstkampf allerdings von den Australiern geschlagen geben und schon kam ziemlich heftige Kritik auf. Nebst dem in der Heimat auferlegten Erfolgsdruck sind die Australier und die Südafrikaner in der Lage, dem Weltranglistenersten ein Bein zu stellen. Frankreich, dessen Duell mit Neuseeland ein Höhepunkt der Gruppenspiele sein wird, und England sind die aussichtsreichsten Aussenseiter.

TSR zeigt Entscheidung

In der Schweiz kann die WM auf Sport 1, den französischen Sendern TF1 und France 2 oder auf dem englischen Kanal ITV mitverfolgt werden. TSR zeigt die Halbfinals am 15. und 16. Oktober sowie den Final am 23. Oktober (jeweils um 10.00 Uhr Schweizer Zeit) live. Zudem haben diverse Pubs in der Schweiz während der WM spezielle Öffnungszeiten und zeigen alle Partien. Privilegierte, wie etwa der Unspunnen-Sieger Daniel Bösch oder Swiss-Rugby-Präsident Peter Schüpbach, reisen derweil nach Neuseeland. Es werden rund 100'000 Rugby-Touristen erwartet.

(Julien Oberholzer/si)

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