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Norwegischer Handfussballer

Heute Haaland und Sagosen – einst war ein anderer gleichzeitig in beiden Nationalteams. Und spielte bei GC auch in Zürich.

Arild Gulden gewann mit den Grasshoppers im Handball zwischen 1964 und 1977 insgesamt 18 Titel (Bild: GC-Archiv).
Arild Gulden gewann mit den Grasshoppers im Handball zwischen 1964 und 1977 insgesamt 18 Titel (Bild: GC-Archiv).

Karl Ove Knausgard, der norwegische Erfolgsautor, befasst sich manchmal auch mit dem Sport. «Kein Heimspiel» heisst das Buch über die Fussball-WM 2014, 600 Seiten dick. Er und ein schwedischer Schriftstellerkollege tauschen sich darin aus, der eine sitzt zu Hause bei Frau, Kind und Hund und schläft manchmal vor dem Bildschirm ein, der andere ist in Brasilien und kickt selber im Sand der Copacabana. Sie philosophieren über das Leben, die Politik und Kunst und eben stets über die Spiele dieser WM.

Vielleicht hat Knausgard bald eine neue Sportbuch-Idee: ein Norweger über zwei Norweger. Über zwei, die gegenwärtig zu den Weltbesten gehören, der eine mit der Hand, der andere mit dem Fuss, beide gross, beide schiessen viele Tore, sehr viele Tore, sie lachen ansteckend und reden weniger gerne.

Erling Haaland (19) ist der Fussballer, erst 57 Minuten hat er in der Bundesliga für Borussia Dortmund gespielt und schon fünf Tore geschossen. Das ist beim Debüt noch nie einem gelungen. Sander Sagosen (24) ist der Handballer, bei der Europameisterschaft holte er mit Norwegen Bronze und war mit 65 Toren der Beste des Turniers, noch nie warf einer an einer Endrunde mehr.

Haaland, der Mann, der in 57 Minuten fünf Tore geschossen hat. (Bild: Keystone)
Haaland, der Mann, der in 57 Minuten fünf Tore geschossen hat. (Bild: Keystone)
Sagosen, der Mann, der 65 Tore bei der Europameisterschaft geschossen hat. (Bild: Keystone)
Sagosen, der Mann, der 65 Tore bei der Europameisterschaft geschossen hat. (Bild: Keystone)

Es gab mal einen, in den Sechziger- und anfangs der Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts, der spielte mit dem Fuss und der Hand sehr gut, und er tat dies während längerer Zeit auch in Zürich. Ein Handfussballer also.

Arild Gulden, heute 78, wollte eigentlich Skispringer werden, entschied sich aber für den Ball und spielte gleichzeitig in beiden Nationalmannschaften. Er war, mit welchem Körperteil auch immer, ein Spielmacher, der dirigierte und organisierte, das Zuspiel war ihm genauso wichtig wie der Schuss, und mit der Hand war der Knickwurf seine Spezialität: Er bog seinen Körper tief zur Seite und seinen Arm mit dem Ball über den Kopf, alle kannten es, trotzdem narrte er seine Gegner damit immer wieder.

In Zürich spielte er für GC, samstags in der Ballonhalle oben auf der Fluntern oder später in der Saalsporthalle, sonntags auf dem Hardturm, im Fussball allerdings weniger, sein Stammverein blieb Lyn Oslo, und nur in der norwegischen Winterpause trug er auch hier die Farben Blau und Weiss.

Sein Sohn Björn wurde in Zürich geboren, auch er spielte Fussball, die grosse Karriere machte er aber nachher: Gulden junior ist heute Chef von Puma. Er sei praktisch in der Kabine und auf Spielfeldern aufgewachsen, sagt er. In der Halle und auf dem Rasen.

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