Russische Hacker bezichtigen US-Sportler des Dopings

Gestohlene Dokumente der Welt-Anti-Doping-Agentur sollen beweisen, dass verschiedene amerikanische Athleten verbotene Substanzen einnahmen – auch während der Olympischen Spiele.

Lizenz zum Dopen? Kunstturnerin Simone Biles (rechts) soll in Rio positiv auf Amphetamine getestet worden sein. Foto: Rebecca Blackwell (Keystone)

Lizenz zum Dopen? Kunstturnerin Simone Biles (rechts) soll in Rio positiv auf Amphetamine getestet worden sein. Foto: Rebecca Blackwell (Keystone)

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Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada bestätigte gestern, dass eine russische Cyber-Spionage-Gruppe illegal in ihre Datenbank Adams eindringen konnte. Die Hacker, die sich «Zar-Team» und «Fancy Bear» nennen, verschafften sich Zugriff zu vertraulichen Informationen über Athleten, die an den Olympischen Spielen in Rio teilnahmen. Sie veröffentlichten diese teilweise auf ihrer Website und drohten, weitere Dokumente zu publizieren. «Wir bedauern diese Situation sehr», liess sich Wada-Generaldirektor Olivier Niggli zitieren; man wisse um die Bedrohung, die dieser kriminelle Akt für die Athleten darstellen könnte.

Beim Studium der gehackten Wada-Informationen hätten sie herausgefunden, dass «Dutzende amerikanischer Athleten» positiv getestet worden seien, schreiben die Hacker. Sie nehmen aber nur Bezug auf Ausnahmebewilligungen, die den Gebrauch eigentlich verbotener Substanzen zu therapeutischen Zwecken rechtfertigen – was in ihren Augen «eine Lizenz zum Dopen» sei.

An den Pranger gestellt werden die Kunstturnerin Simone Biles, die Tennisgrössen Serena und Venus Williams sowie die Basketballerin Elena Delle Donne. Für Biles, die in Rio vier Goldmedaillen gewann, wurde eine Bewilligung vorgelegt, Methylphenidate einnehmen zu dürfen, einen Wirkstoff aus der Gruppe der Amphetamine. Ein weiteres Testresultat belegt, dass dieser Stoff in ihrem Urin während der Spiele tatsächlich gefunden wurde. Auch für Delle Donne wurde eine Bewilligung publiziert, dank der sie ein amphetaminhaltiges Medikament einnehmen darf.

Für Serena und Venus Williams wurden verschiedene (teilweise seit Jahren) abgelaufene Bewilligungen ins Internet gestellt – was den Verdacht nahelegt, dass die Hacker die Brisanz ihrer Dokumente hochspielen. Sie behaupten sogar kühn, dies sei «erst die Spitze des Eisbergs». Die veröffentlichten Daten wurden von Anti-Doping-Experte Richard Ings aber als für die Athleten nicht belastend taxiert. Offenbar sollen aber Wada und IOK geschädigt werden.

(rst)

Erstellt: 13.09.2016, 22:04 Uhr

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