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Schach-WM: Jetzt sind Sie am Zug

Jedes Schachspiel ist eine Herausforderung – knifflig sind auch Fragen zum Denksport.

Er ist zurzeit das Mass aller Dinge in der Schachszene: Magnus Carlsen. Der Norweger mit Jahrgang 1990 errang als 14-Jähriger bereits den Titel des Grossmeisters, er war damals der zweitjüngste Spieler, dem dies je gelang (nur Sergei Karjakin war mit zwölf Jahren jünger). Sechs Jahre später spielte er sich zum ersten Mal an die Spitze der Fide-Weltrangliste, seit Juli 2011 hat er diese Position nun inne. Seit 2013 ist Carlsen auch Weltmeister, momentan verteidigt er in London den Titel gegen Fabiano Caruana.
Er ist zurzeit das Mass aller Dinge in der Schachszene: Magnus Carlsen. Der Norweger mit Jahrgang 1990 errang als 14-Jähriger bereits den Titel des Grossmeisters, er war damals der zweitjüngste Spieler, dem dies je gelang (nur Sergei Karjakin war mit zwölf Jahren jünger). Sechs Jahre später spielte er sich zum ersten Mal an die Spitze der Fide-Weltrangliste, seit Juli 2011 hat er diese Position nun inne. Seit 2013 ist Carlsen auch Weltmeister, momentan verteidigt er in London den Titel gegen Fabiano Caruana.
EPA/Facunda Arrizabalaga
Die spielstärkste Frau der Geschichte, das ist – und da sind sich alle einig – Judit Polgar (hier in Biel 2007). Die Ungarin ist seit 1992 Grossmeisterin. Sechs Jahre davor, im Alter von zehn Jahren, reiste sie nach Rio an die U-16-Mädchen-Weltmeisterschaften und holte die Bronzemedaille. Zwei Jahre danach gewann sie bei der Schacholympiade Gold. Danach spielte Polgar (heute 42) fast ausschliesslich in Männerturnieren, als erste Frau überhaupt. Unter anderem schlug sie dabei Anatoli Karpow und Garri Kasparow, zwei der grössten Schachspieler je. 2014 trat sie vom Spitzenschach zurück.
Die spielstärkste Frau der Geschichte, das ist – und da sind sich alle einig – Judit Polgar (hier in Biel 2007). Die Ungarin ist seit 1992 Grossmeisterin. Sechs Jahre davor, im Alter von zehn Jahren, reiste sie nach Rio an die U-16-Mädchen-Weltmeisterschaften und holte die Bronzemedaille. Zwei Jahre danach gewann sie bei der Schacholympiade Gold. Danach spielte Polgar (heute 42) fast ausschliesslich in Männerturnieren, als erste Frau überhaupt. Unter anderem schlug sie dabei Anatoli Karpow und Garri Kasparow, zwei der grössten Schachspieler je. 2014 trat sie vom Spitzenschach zurück.
Peter Schneider, Keystone
Und da ist er auch schon: Garri Kasparow. Geboren in Baku, Aserbeidschan, das damals (1963) noch zur Sowjetunion gehörte. Acht Jahre lang hatte Kasparow zwischen 1985 und 1993 den Weltmeistertitel inne. Legendär war dabei sein Kampf gegen Anatoli Karpow, als er schliesslich den Titel gewann. Kasparow lag 0:4 hinten, als er seine Taktik änderte und zu seinem Kontrahenten aufholte. Damals zählten Unentschieden noch nicht, und so wurde das Duell der beiden – nach 48 Partien und über 300 Spielstunden – beim Stand von 5:3 für Karpow abgebrochen. Bei der Neuansetzung im Oktober 1985 krönte sich Kasparow dann zum jüngsten Weltmeister, 22 war er da. Heute hat der Russe seine Karriere beendet und ist unter anderem als Oppositionsaktivist tätig.
Und da ist er auch schon: Garri Kasparow. Geboren in Baku, Aserbeidschan, das damals (1963) noch zur Sowjetunion gehörte. Acht Jahre lang hatte Kasparow zwischen 1985 und 1993 den Weltmeistertitel inne. Legendär war dabei sein Kampf gegen Anatoli Karpow, als er schliesslich den Titel gewann. Kasparow lag 0:4 hinten, als er seine Taktik änderte und zu seinem Kontrahenten aufholte. Damals zählten Unentschieden noch nicht, und so wurde das Duell der beiden – nach 48 Partien und über 300 Spielstunden – beim Stand von 5:3 für Karpow abgebrochen. Bei der Neuansetzung im Oktober 1985 krönte sich Kasparow dann zum jüngsten Weltmeister, 22 war er da. Heute hat der Russe seine Karriere beendet und ist unter anderem als Oppositionsaktivist tätig.
EPA/Leszek Szymanski
Natürlich geht es von Kasparow gleich über zu Anatoli Karpow. Der heute 67-Jährige war ab 1975 Weltmeister. Bis dann eben Kasparow kam und ihm den Titel abluchste. 1986, 1987 und 1990 misslangen seine Versuche der Rückeroberung, er war damals die unangefochtene Nummer 2 des Schachs. Karpow (im Bild spielt er im Juni 2014 in Bern) gilt als einer der besten Positionsspieler je, seine über 100 Turniersiege sind Weltrekord. Und es kommt noch besser: Nach Karpow wurde im Dezember 2003 sogar ein Asteroid benannt.
Natürlich geht es von Kasparow gleich über zu Anatoli Karpow. Der heute 67-Jährige war ab 1975 Weltmeister. Bis dann eben Kasparow kam und ihm den Titel abluchste. 1986, 1987 und 1990 misslangen seine Versuche der Rückeroberung, er war damals die unangefochtene Nummer 2 des Schachs. Karpow (im Bild spielt er im Juni 2014 in Bern) gilt als einer der besten Positionsspieler je, seine über 100 Turniersiege sind Weltrekord. Und es kommt noch besser: Nach Karpow wurde im Dezember 2003 sogar ein Asteroid benannt.
Alessandro della Valle, Keystone
Der Vorgänger von Anatoli Karpow heisst Robert James Fischer, von allen nur «Bobby» genannt. 1972 holte er sich den Titel in einem legendären Duell mit Boris Spasski. Für die Amerikaner hatte dieser Titel grossen symbolischen Wert, weil die Szene damals von sowjetischen Spielern dominiert worden war. Das Spiel ist heute als «Match des Jahrhunderts» bekannt und fand in der isländischen Hauptstadt Reykjavík statt. Für Sieger Fischer war der Titel aber auch das Ende seiner aktiven Karriere. Den Kampf gegen den vom Verband präsentierten Anatoli Karpow nahm er 1975 nicht an, der Russe erbte. Fischer duellierte sich genau 20 Jahre nach dem «Match des Jahrhunderts» während des Jugoslawienkriegs unter grossem Medieninteresse erneut mit Boris Spasski und gewann Millionen.
Der Vorgänger von Anatoli Karpow heisst Robert James Fischer, von allen nur «Bobby» genannt. 1972 holte er sich den Titel in einem legendären Duell mit Boris Spasski. Für die Amerikaner hatte dieser Titel grossen symbolischen Wert, weil die Szene damals von sowjetischen Spielern dominiert worden war. Das Spiel ist heute als «Match des Jahrhunderts» bekannt und fand in der isländischen Hauptstadt Reykjavík statt. Für Sieger Fischer war der Titel aber auch das Ende seiner aktiven Karriere. Den Kampf gegen den vom Verband präsentierten Anatoli Karpow nahm er 1975 nicht an, der Russe erbte. Fischer duellierte sich genau 20 Jahre nach dem «Match des Jahrhunderts» während des Jugoslawienkriegs unter grossem Medieninteresse erneut mit Boris Spasski und gewann Millionen.
AP Photo/J. Walter Green
Geboren ist Viktor Kortschnoi 1931 in Leningrad. Gestorben ist er als Schweizer 2016 in Wohlen. Der Grossmeister emigrierte 1976 in die Schweiz und unterlag jeweils zwei und fünf Jahre danach Anatoli Karpow im Kampf um den WM-Titel. Weltmeister wurde Kortschnoi nur bei den Senioren (2006), dafür ist er aber Rekordträger: Noch im Januar 2007 lag er auf Platz 85 der Weltrangliste. In diesem hohen Alter (mit 75) schaffte es vor ihm nie jemand in die Top 100.
Geboren ist Viktor Kortschnoi 1931 in Leningrad. Gestorben ist er als Schweizer 2016 in Wohlen. Der Grossmeister emigrierte 1976 in die Schweiz und unterlag jeweils zwei und fünf Jahre danach Anatoli Karpow im Kampf um den WM-Titel. Weltmeister wurde Kortschnoi nur bei den Senioren (2006), dafür ist er aber Rekordträger: Noch im Januar 2007 lag er auf Platz 85 der Weltrangliste. In diesem hohen Alter (mit 75) schaffte es vor ihm nie jemand in die Top 100.
Str, Keystone
Der achte Schachweltmeister der Geschichte heisst Michail Tal und stammt aus Lettland. 1941 musste er im Alter von fünf Jahren aber Riga verlassen, weil Deutschland die Sowjetunion überfiel. 1957 wurde Tal zum Grossmeister, drei Jahre danach zum Weltmeister. Den Titel holte er sich, nachdem er im Kandidatenturnier unter anderem den erst 16-jährigen Bobby Fischer schlug. Schon ein Jahr danach verlor er seinen Titel bereits wieder, gewann aber weitere vier Male die sowjetische Meisterschaft. Tal kam mit nur drei Fingern an der rechten Hand zur Welt, war nierenkrank, rauchte und trank zu viel und war auch einmal morphiumabhängig. Seinem Nierenleiden erlag er 1992 in Moskau.
Der achte Schachweltmeister der Geschichte heisst Michail Tal und stammt aus Lettland. 1941 musste er im Alter von fünf Jahren aber Riga verlassen, weil Deutschland die Sowjetunion überfiel. 1957 wurde Tal zum Grossmeister, drei Jahre danach zum Weltmeister. Den Titel holte er sich, nachdem er im Kandidatenturnier unter anderem den erst 16-jährigen Bobby Fischer schlug. Schon ein Jahr danach verlor er seinen Titel bereits wieder, gewann aber weitere vier Male die sowjetische Meisterschaft. Tal kam mit nur drei Fingern an der rechten Hand zur Welt, war nierenkrank, rauchte und trank zu viel und war auch einmal morphiumabhängig. Seinem Nierenleiden erlag er 1992 in Moskau.
Getty Images/Dennis Oulds
José Raúl Cabablanca aus Kuba spielte schon im Alter von vier Jahren Schach. Sein Vater war ein spanischer Kolonialbeamter, er hat seinem Sohn in jungen Jahren das Spiel beigebracht. Mit 33 Jahren wurde Capablanca der dritte Weltmeister der Geschichte, er gewann den Titel gegen den Deutschen Emanuel Lasker und behielt ihn für sechs Jahre. Lakser war davor während 27 Jahren Weltmeister. 1942 erlitt Capablanca seinen zweiten Schlaganfall und starb in derselben Klinik wie Lasker ein Jahr zuvor.
José Raúl Cabablanca aus Kuba spielte schon im Alter von vier Jahren Schach. Sein Vater war ein spanischer Kolonialbeamter, er hat seinem Sohn in jungen Jahren das Spiel beigebracht. Mit 33 Jahren wurde Capablanca der dritte Weltmeister der Geschichte, er gewann den Titel gegen den Deutschen Emanuel Lasker und behielt ihn für sechs Jahre. Lakser war davor während 27 Jahren Weltmeister. 1942 erlitt Capablanca seinen zweiten Schlaganfall und starb in derselben Klinik wie Lasker ein Jahr zuvor.
Getty Images
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In London spielen Magnus Carlsen und Fabiano Caruana um den Schach-Weltmeistertitel. Seit 2013 ist der Norweger Carlsen Weltmeister und will seinen Titel gegen den Herausforderer aus den USA verteidigen. Nachdem auch die zehnte Partie ohne Sieger endete, haben beide Spieler je fünf Punkte auf dem Konto. Das Match in London ist auf zwölf Spiele angesetzt. Wer zuerst 6,5 Punkte erreicht, gewinnt – und erhält ein Preisgeld von einer Million Dollar. Bei Gleichstand (6:6) fällt die Entscheidung in einem Tiebreak.

Am Samstag tragen die beiden die elfte Partie aus, wobei Carlsen sie mit Weiss eröffnet. Während die Schach-WM läuft, kommen Sie zum Zug:

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