Schweizer Handballer vergeben ersten Matchball

28:33 gegen Kroatien: Die Handball-Nationalmannschaft verpasst in Zug die erste Chance, sich für die EM 2020 zu qualifizieren.

Kein Durchkommen: Der Schweizer Lenny Rubin bleibt an zwei Kroaten hängen.

Kein Durchkommen: Der Schweizer Lenny Rubin bleibt an zwei Kroaten hängen. Bild: Urs Flüeler/Keystone

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Noch nie hatten die Schweizer Handballer gegen Kroatien gewonnen. Dass sie dies ändern wollten, demonstrierten sie gleich von Beginn weg mit einer offensiven Spielweise. Das Team von Michael Suter hielt in Zugs Eishockey-Arena, wo es zuvor unbezwungen war, vor allem zu Beginn gut mit. Regisseur Andy Schmid zeigte sich in bester Spiellaune, Goalie Nikola Portner hielt stark. Der angestrebte Punkt, der für die EM-Qualifikation gereicht hätte, schien möglich.

Mit dem 6:5 gingen die Schweizer erstmals in Führung, die sie jedoch nicht lange halten konnten. Die Schweizer, die auf Abwehrchef Samuel Röthlisberger und Kreisläufer Alen Milosevic verzichten mussten, machten plötzlich ein paar Fehler zu viel und lagen nach 24 Minuten 10:14 zurück. Auch ein zwischenzeitliches Timeout von Suter blieb ohne die erhoffte Wirkung. Die Kroaten kamen zu oft zu einfachen Toren, die Schweizer waren in der Abwehr zu wenig kompakt, zu wenig aggressiv und im Angriff fehlte es an Durchschlagskraft. Das Weltklasseteam aus Südosteuropa, das seit 2003 jedes grosse Turnier in den Top 6 beendet hat, erwies sich als zu abgebrüht.

Dass es nach dem Vier-Tore-Pausenrückstand (13:17) schwierig werden würde, war voraussehbar. Die Schweizer bemühten sich, näher als auf drei Tore kamen sie nicht mehr heran. Da halfen auch Schmids 15 Tore nicht. Zu clever, zu effizient waren die Kroaten. Sie brachten den Vorsprung souverän über die Spielzeit und werden die Qualifikation auf dem angestrebten 1. Platz abschliessen.

Weitere Chancen

Trotz der achten Niederlage gegen Kroatien hat die Schweiz weiterhin intakte Chancen für die Qualifikation zur EM 2020. Nachdem Serbien in Belgien 37:26 gewonnen hat, braucht die Schweiz am Sonntag in Serbien einen Punkt. Mit zwei Niederlagen ist Platz 2 auch dann möglich, wenn die Schweiz in Serbien mit weniger als 5 Toren Differenz verliert. Sollte dies auch nicht der Fall sein, bleibt noch die Hoffnung, sich als einer der vier besten Gruppendritten zu qualifizieren.

«Zu wenig geil»

Der überragende Schmid fand rasch Antworten auf die Niederlage: «Wir waren zu wenig geil, hatten vielleicht etwas zu viel Respekt vor diesem Gegner.» Es seien Kleinigkeiten gewesen, die den Unterschied gemacht hätten. Die Zuversicht hat der Weltklassespieler nicht verloren: «Wir haben es in Serbien in den eigenen Händen. Ich hoffe, dass wir bis Sonntag die Bleiweste ablegen und entspannter auftreten können.»

EM-Qualifikation. 2. Phase. Gruppe 2. 5. Runde.
Schweiz - Kroatien 28:33 (13:17). Belgien - Serbien 26:37 (10:20).
Rangliste: 1. Kroatien 5/9. 2. Schweiz 5/6. 3. Serbien 5/4. 4. Belgien 5/1.
Nächstes Spiel: Sonntag, 16. Juni (18.00 Uhr in Novi Sad): Serbien - Schweiz.
Modus: Die ersten zwei Teams pro Gruppe (total 8) plus die vier besten Gruppendritten qualifizieren sich für die EM-Endrunde 2020.

Schweiz - Kroatien 28:33 (13:17)
Zug. - 6135 Zuschauer. - SR Lopez/Ramirez (ESP).
Torfolge: 0:1, 4:5, 6:5, 8:7 (16.), 8:10, 10:11 (21.), 10:14 (25.), 13:17; 13:18, 15:20, 17:20, 19:22, 19:24, 21:24, 21:26, 24:28, 24:30, 26:30, 28:33.
Strafen: je 4-mal 2 Minuten.
Schweiz: Portner (6 Paraden)/Bringolf (2); Schmid (15/4), Meister, Rubin (5), Tynowski (1), Svajlen, Lier (3), Sidorowicz (1), Raemy (2), Küttel (1), Maros, Mühlemann, Novak.
Kroatien: Ivic (5 Paraden)/Asanin (ab 34./9); Duvnjak (7), Stepancic (8), Vida, Bozic Pavletic (1), Strlek (2/2), Musa, Mamic (6), Mandic (4), Sipic (5).
Bemerkungen: Schweiz ohne Röthlisberger, Milosevic, von Deschwanden, Delhees, Markovic, Vernier (alle verletzt), Tominec (überzählig), Gerbl und Zehnder (beide nicht eingesetzt).

Erstellt: 12.06.2019, 19:48 Uhr

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