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Sefoloshas Dopingsperre befeuert eine alte Diskussion

Fünf Spiele Sperre für den Schweizer NBA-Spieler. Das Reglement ist eindeutig – und umstritten.

Wurde wegen eines Dopingvergehens für fünf Spiele gesperrt: Thabo Sefolosha.
Wurde wegen eines Dopingvergehens für fünf Spiele gesperrt: Thabo Sefolosha.
Keystone
Der Schweizer spielt seit dieser Saison für Utah Jazz und gilt als einer der besten Defensivspieler der Liga.
Der Schweizer spielt seit dieser Saison für Utah Jazz und gilt als einer der besten Defensivspieler der Liga.
Keystone
Der 33-Jährige spielt seit zwölf Jahren in der NBA – 2012 verlor er mit Oklahoma City Thunder gegen Miami Heat von LeBron James im Final.
Der 33-Jährige spielt seit zwölf Jahren in der NBA – 2012 verlor er mit Oklahoma City Thunder gegen Miami Heat von LeBron James im Final.
Keystone
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Es war eine etwas ungewöhnliche Nachricht, die von der nordamerikanischen Basketballliga NBA verkündet wurde: fünf Spiele Sperre für Nerlens Noel und Thabo Sefolosha wegen eines Dopingvergehens. Was der Verstoss genau war, liess die Liga offen – obwohl ansonsten im US-Profisport mit Transparenz nicht gespart wird. Der Schweizer hat sich mittlerweile via soziale Netzwerke entschuldigt.

Schnell verbreiteten sich Gerüchte, wonach Marihuanakonsum der Grund gewesen sein soll. Und tatsächlich: Schaut man sich das Reglement an, liegt der Verdacht sehr nahe. Unter Paragraf 4 steht, dass der Missbrauch von harten Drogen zu einer Suspendierung führt, während bei Marihuana der dritte positive Test eine Sperre von fünf Spielen nach sich zieht. Wird ein Spieler das erste Mal erwischt, muss er ein «Marihuana-Programm» absolvieren, bei zweiter positiver Probe zusätzlich eine Busse von 25’000 Dollar bezahlen.

Namhafte Fürsprecher einer Legalisierung

Das Verbot von Cannabis in der NBA ist höchst umstritten und wird aus aktuellem Anlass wieder diskutiert. Schliesslich ist der Cannabiskonsum in den meisten US-Bundesstaaten legalisiert – teilweise zumindest zu medizinischen Zwecken. Deshalb sagte der frühere Ligaboss David Stern: «Ich bin mittlerweile der Meinung, dass Marihuana von der Liste der verbotenen Substanzen gestrichen werden muss.»

Auch Steve Kerr, der Meistertrainer der Golden State Warriors, spricht sich öffentlich für eine Legalisierung im Sport aus. Er selbst rauchte Gras zur Schmerzlinderung seiner Rückenschmerzen. Ohnehin gilt es als offenes Geheimnis, dass der Cannabiskonsum unter NBA-Stars keine Seltenheit ist.

Mitte August sagte dann auch der aktuelle Ligakommissär Adam Silver, dass er an aktuellen Studien der gesundheitlichen Wirkungen von Marihuana interessiert sei. Doch von den jüngsten Vorfällen will er sich nicht unter Druck setzen lassen: «Auch wenn wir uns die neusten medizinischen Erkenntnisse anhören wollen, stehen wir zu unserer Haltung gegenüber dem Graskonsum von aktuellen NBA-Spielern.»

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