Selina Büchel im Final chancenlos

Die Schweizerin beendet den EM-Final in Berlin über 800 m im 7. Rang. Mujinga Kambundji hingegen steht im Final über 200 m

Bild: Selina Büchel. Die Schweizerin wurde für ihren Mut im Final nicht belohnt. Bild: Getty Images

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Die St. Gallerin versuchte sich als Frontläuferin à la André Bucher. Auf der Innenbahn 1 gestartet, überliessen ihr die Konkurrentinnen den Lead. Büchel gab ein sattes Tempo vor, liess in der letzten Kurve keine Gegnerin vorbei und bog als Erste auf die Zielgeraden ein. Dort rächte sich allerdings die offensive Taktik. Nahezu das gesamte Feld zog an der Schweizerin vorbei. Die Ukrainerin Natalja Pryschtschepa meisterte das Feld in 2:00,38 Minuten, Büchel musste sich mit 2:02,05 begnügen.

Bei den Europameisterschaften vor zwei Jahren in Amsterdam war Büchel Vierte geworden. Die 27-Jährige hat ihre bislang grössten Erfolge an Titelkämpfen in der Halle erzielt. 2015 in Prag und 2017 in Belgrad wurde sie Indoor-Europameisterin. Ihr Schweizer Rekord aus dem Jahr 2015 steht bei 1:57,95 Minuten.

Mujinga Kambundji steht im Final über 200 m

Mujinga Kambundji steht an den EM in Berlin im Final über 200 m vom Samstagabend. Um eine Medaille zu gewinnen, braucht es einen Exploit. Die Bernerin belegte in ihrer Serie nach einem Lauf, den sie nicht mit letzter Konsequenz durchzog, in 22,84 Sekunden den 2. Rang und schaffte somit die direkte Qualifikation für den Endlauf. Kambundji droht allerdings wie schon im 100-m-Final ein 4. Rang. Die Britin Dina Asher-Smith oder die Niederländerinnen Dafne Schippers und Jamile Samuel zeigten starke Vorstellungen. Um aufs Podest zu laufen, wird wohl ein Schweizer Rekord erforderlich sein. Diesen hält immer noch die 400-m-Hürden-Europameisterin Lea Sprunger in 22,38 Sekunden. Kambundjis Bestzeit steht bei 22,42.

Pech bekundete Sarah Atcho. Die Westschweizerin verpasste in 22,88 Sekunden, nahe an ihrer persönlichen Bestleistung, den Finaleinzug als Neunte um einen Hundertstel. Cornelia Halbheer, die sich via Vorlauf qualifiziert hatte, kam nicht mehr auf Touren (23,98).

Mässiger Start

Der Hürdensprinter Jason Joseph verpasste den Finaleinzug. Der 19-jährige Baselbieter kam nach einem mässigen Start nicht mehr auf Touren und beendete das Rennen über 110 m Hürden in 13,53 Sekunden und dem 12. Gesamtrang. Joseph hatte in diesem Sommer den Schweizer Rekord auf 13,39 Sekunden gesenkt.

Delia Sclabas zahlte bei ihrem EM-Debüt Lehrgeld. Die 17-jährige Bernerin belegte in ihrer Serie über 1500 m den 10. und drittletzten Platz. Die persönliche Bestleistung verpasste sie mit 4:13,47 Minuten um 3,37 Sekunden. «Ich konnte am Ende nicht so beschleunigen wie gewohnt», erklärte Sclabas. Selbstredend hätte sie gerne mehr gezeigt, dennoch ist sie mit der Saison «mega zufrieden». Schliesslich hat sie Mitte Juli an den U20-Weltmeisterschaften in Tampere mit Bronze über 800 und 1500 m brilliert. In der Zukunft dürfte mit Sclabas auch bei den «Grossen» zu rechnen sein.

Die Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl überzeugte in ihrem ersten Siebenkampf der Saison. Insbesondere das Speerwerfen mit 56,31 m und der zweitbesten Leistung aller Teilnehmerinnen gelang ihr am 2. Tag nach Mass. Die Luzernerin schloss den Wettkampf mit 6260 Punkten rund 100 Zähler unter ihrem Schweizer Rekord ab. Vor einem Jahr an den WM in London war sie 11. (6230) geworden, nun resultierte Platz 9. Annik Kälin kam auf 5772 Zähler.

Die 4x400-m-Staffel der Schweizerinnen verpasste den Final mit 3:32,86 Minuten als Zehnte der Vorläufe um 75 Hundertstel. Die Männer wurden nach einer Rempelei mit einem Schweden disqualifiziert. Nicole Zihlmann (61,67/26.) war in der Qualifikation im Hammerwurf ebenso chancenlos wie Dominik Alberto (5,16/31.) im Stabhochsprung. (sda)

Erstellt: 10.08.2018, 22:04 Uhr

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