Show des Spektakel-Fechters

Keiner attackiert so fulminant wie Max Heinzer. Zeigt er seinen einzigartigen Sprungangriff auch in Bern?

Max Heinzer und der «Backflick».

Max Heinzer und der «Backflick». Bild: Augusto Bizzi

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Der Mut: Kaum ein anderer Fechter beherrscht den Sprungangriff oder «Backflick», wie ihn die Amerikaner nennen, so wie Max Heinzer. Im Kunstturnen wird ein Element nach dem Erfinder benannt, im Fechten gibt es das nicht. Auf «Eurosport» aber hat der WM-Kommentator den Treffer auf den Rücken als «den Max Heinzer» bezeichnet. Der Mut zu diesem Spezialangriff kommt nicht von ungefähr: Bereits als Bub habe er so angegriffen, sagt der 32-Jährige – und: «Ich glaube, mit 20 kann man das nicht mehr lernen.»

Der Aufbau: Heinzer erklärt verknappt den Ablauf: «Ich stürme auf den Gegner los und hoffe, dass er sich mir ebenfalls entgegenbewegt. Ich springe, schlage gleichzeitig mit Schwung und Kraft seinen auf mich gerichteten Degen weg, führe den Arm nach oben und zwicke aus dem Handgelenk meine Klinge nach unten. Die Spitze berührt im besten Fall den Rücken und löst den Treffer aus.» Dies alles passiert in Sekundenbruchteilen. «Schon ein paar Punkte vorher provoziere und reize ich ihn, um zu schauen, wie er reagiert.»

Die Schnellkraft: Der «Backflick» ist technisch hoch anspruchsvoll. Er verlangt ein Maximum an Koordination, Schnelligkeit und Sprungkraft. Heinzer wird eine «schnelle Hand» und ein «schneller Arm» nachgesagt, und durch intensiviertes Athletiktraining hat er auch seine Sprungkraft stetig verbessert. «Die brauche ich ohnehin, ob ich nach vorne oder nach oben springe», sagt er. Hauptvoraussetzung für das Gelingen des Sprungangriffs ist aber jahrelanges Training, damit der Bewegungsablauf zum Automatismus wird.

Der «Backflick», Max Heinzers spektakulärer Angriff in mehrfacher Ausführung. (Video Quelle: YouTube)

Der Gegner: Im Hinterkopf hätten alle Gegner, dass er so überfallartig angreifen könne, sagt Heinzer. «Und ich tue es gegen jeden und nicht nur bei einem komfortablen Vorsprung.» Angewiesen ist er aber auf eine offensive Aktion des Gegners, das heisst, sein Gegenüber will ihn angreifen. «Erst dann entsteht die Situation, dass ich ihm den Degen wegschlagen und meinen Treffer platzieren kann.» Ein so gewonnener Punkt gebe ihm massiv Selbstvertrauen. Und gelinge er nicht, sei nicht mehr verloren als bei einem herkömmlichen Angriff.


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Erstellt: 22.11.2019, 18:16 Uhr

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