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So reagieren kleinere Zürcher Clubs auf den Corona-Stillstand

Die GC-Handballer und der Tischtennisclub Winterthur gehen unterschiedlich mit der Krise um.

Roland Jauch
Die Action muss warten: Saisonabbruch und keine Trainings bei GC Amicitia. (Bild: Archiv/Freshfocus)
Die Action muss warten: Saisonabbruch und keine Trainings bei GC Amicitia. (Bild: Archiv/Freshfocus)

Der Zürcher Handball-Club GC Amicitia hat nach Jahren des Kampfs gegen den Abstieg diese Saison den Turnaround geschafft und sich erstmals wieder für das Playoff qualifiziert. Bis eben alles anders wurde. Hallen geschlossen, Meisterschaft abgebrochen. Doch der Club klagt nicht, sondern blickt vorwärts.

In der letzten Woche wurden gleich zwei Transfers getätigt. Mit Martin Popovski kommt aus Nord-Mazedonien ein Linkshänder, der in der Saison 2018/19 mit Vardar Skopje die Champions League gewann. Dazu wurde der frühere tschechische Nationalspieler Tomas Reznicek (35) verpflichtet. «Wir gehen davon aus, dass die Saison 2020/21 Anfang September startet», sagt Präsident Philip Hohl.

Individuelle Trainingpläne – und Kontrolle

«Ich bin froh, dass wir vernünftig gewirtschaftet haben und nicht sofort in Schieflage geraten», ergänzt er. Es laufen aber dennoch Gespräche mit den Spielern über einen Lohnverzicht. Der Aufruf zur Solidarität konnte nicht nur an Sponsoren ergehen. Im Jahresabschluss fehlen 25’000 bis 35’000 Franken. Deshalb prüft GC Amicitia wie alle anderen Vereine auch die Variante Kurzarbeit.

Gut drei Monate früher als geplant ist die Saison vorbei. Nun geht es auch darum, die Spieler «zu bewegen». Individuelle Trainingspläne lautet das Zauberwort. Mit dem Plan alleine ist es nicht getan, es geht auch um die Kontrolle des Fitnessstandes. Per 1. Juni hoffen die Handballer, den Normalbetrieb wieder aufnehmen zu können.

Doch da ist noch der Ball, und den nimmt jeder in die Hand.

Sieben Tische stehen an normalen Trainingstagen in der Schachen-Turnhalle im Winterthurer Rosenberg-Quartier, wenn der Nachwuchs des TTC Winterthur am Üben ist. Höchstens 20 Tischtennis-Junioren sind dabei. Deshalb dachte der Nachwuchsverantwortliche Peter Weiss im ersten Moment, dass er mit seinen Spielern weiter trainieren könne. Doch dann kam die Information: Halle geschlossen.

Die Tischtennisspieler machten sich auch Gedanken in Bezug darauf, die Familien zu entlasten, deren Kinder nicht mehr in die Schule können. Tischtennis ist ja keine Kontaktsportart. Der Tisch ist 2,74 m lang (und 1,52 m breit), der minimale Abstand könnte eigentlich gewährleistet sein. Doch da ist noch der Ball, und den nimmt jeder in die Hand.

Draussen trainieren, geht auch nicht

Bis Ende April ist der Betrieb eingestellt. Ein individuelles Trainingsprogramm für die Junioren und Juniorinnen gibt es nicht. Und was ist mit den Tischen, die in verschiedenen Wohnsiedlungen auf dem Spielplatz stehen? «Die sind für Hobbysport in Ordnung», sagt Weiss. Der Wind ist der eine Spielverderber. Der andere die Sonneneinwirkung, welche die Qualitäten des Schlägers beeinträchtigt.

Finanziell ist der Abbruch des Betriebs keine Katastrophe. Die Trainer arbeiten ehrenamtlich. Dass ein Mitglied einen Teil des Jahresbeitrags (100 Franken im Nachwuchs) zurückfordert, wäre in dieser ausserordentlichen Situation höchst befremdlich.

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