Steingruber krönt Comeback mit Titel

14 Monate nach dem Kreuzbandriss turnt die Ostschweizerin wieder – und wird zum achten Mal Schweizer Meisterin. Bei den Männern triumphiert Oliver Hegi.

Nach 14 Monaten Pause gleich wieder Schweizer Meisterin: Giulia Steingrubers Comeback ist geglückt. (Video: SRF)

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Es war ihr erster Wettkampf vor Publikum seit genau 14 Monaten, und am Ende war es trotzdem wie fast immer: Giulia Steingruber stand zuoberst. An den Schweizer Meisterschaften in Romont FR gab die 25-jährige Ostschweizerin ihr Comeback nach dem im Juli 2018 erlittenen Kreuzbandriss und dem langwierigen Wiederaufbau seither. Und nach 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017 gewann sie ihren achten SM-Titel – mit über 3,5 Punkten Vorsprung.

Der Fahrplan Richtung WM in einem Monat in Stuttgart scheint zu stimmen. Steingruber zeigte lange einen tadellosen Wettkampf und bekundete trotz bandagiertem linken Knie keine Schwierigkeiten mit ihrem Programm. Natürlich jedoch turnte sie noch nicht ihre besten Übungen. Am Balken etwa, dem Startgerät, verzichtete sie auf ihren selbst erfundenen Abgang, den nach ihr benannten Steingruber. Genauso war ihr am Boden der Doppelsalto mit Doppelschraube noch zu heikel.

Käslin musste nach Sturz aufgeben

Hingegen präsentierte sie am Sprung ihr Paradeelement Tschussowitina. Sie stand mühelos – mit einem kleinen Übertritt. Am Ende konnte sie sich das dosierte Risiko genauso leisten wie den Sturz ganz zuletzt beim Abgang vom Barren. Schon bei Wettkampfhälfte war sie mit fast zwei Punkten Vorsprung in Führung gelegen. Dies auch deshalb, weil Ilaria Käslin, im Vorjahr Schweizer Meisterin und vor drei Monaten auch Turnfestsiegerin, am Boden gestürzt war und nur 11,100 Punkte notiert bekam. Sie gab den Wettkampf danach sogar auf. So standen hinter Steingruber die Zürcherin Stefanie Siegenthaler und die Tessinerin Nina Ferrazzini auf dem Podest.

Bei den Männern gewann Oliver Hegi nach 2013 und 2016 den dritten Mehrkampf-Meistertitel seiner Karriere. Der 26-jährige Aargauer setzte sich dank eines starken Schlussspurts an den letzten zwei Geräten Sprung und Barren durch und verwies Vorjahressieger Pablo Brägger auf den zweiten Rang – genau wie vor drei Monaten am Eidgenössischen Turnfest in Aarau. Knapp einen Punkt betrug am Ende sein Vorsprung. Bronze ging an Benjamin Gischard.

Am Dienstag will der Schweizerische Turnverband die Aufgebote für die WM in Stuttgart bekanntgeben. Jeweils fünf Turnerinnen und Turner dürfen starten.

Erstellt: 07.09.2019, 18:49 Uhr

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