«L'Equipe» entlastet Cancellara

Bernhard Kohl war der siebte und letzte Fahrer, der im Rahmen der nachträglichen Analysen der Blutproben der Tour de France 2008 positiv getestet worden war.

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Die in Dopingfragen stets gut informierte Sportzeitung «L'Equipe» berichtet, dass es an der Tour de France keine weiteren Dopingfälle mehr gab.

Neben Kohl (Ö), Stefan Schumacher (De) und Leonardo Piepoli (It) habe es bei den Nachuntersuchungen keine weiteren positiven Proben gegeben.

Damit lösen sich die vorab von der belgischen Zeitung «Le Soir» gegen den Schweizer Olympiasieger Fabian Cancellara gerichteten Dopingvorwürfe in Luft auf. In den letzten Wochen war heftig spekuliert worden, welche Fahrer zu den Positiv-Getesteten gehören.

Antidoping-Agentur zufrieden

Obwohl keine weiteren Fahrer überführt werden konnten, wertet die französische Antidoping-Agentur AFLD das neu entwickelte Testverfahren als Erfolg. Weitergehende Analysen soll es aber nicht geben: «Alle Blutkontrollen zu untersuchen, wäre zu aufwendig. Es waren schliesslich nicht alle Fahrer verdächtig. Deshlab haben wir uns diese 14 Fahrer herausgesucht», so ein AFLD-Sprecher

Das von der AFLD vorangetriebene Verfahren zum Nachweis von Eigenblutdoping bedarf noch ein wenig Zeit. «Wir arbeiten daran, aber wir können noch nicht versprechen, wann es kommt.»

Trotz einer Rekordzahl von sieben Dopingfällen sieht AFLD-Präsident Pierre Bodry einen Wandel zur Besserung im Peloton. «Die letzte Tour ist offener gewesen. Es gab keinen Fahrer, der jeden Tag geglänzt hat. Wir arbeiten weiter an der Reinigung des Pelotons. Dabei werden wir in letzter Zeit auch von vielen Fahrern unterstützt, aber schwarze Schafe gibt es in jedem Bereich der Menschheit.»

Silence-Lotto löst Vertrag mit Kohl auf

Der belgische Rad-Rennstall Silence-Lotto hat derweil den Vertrag mit dem unter Dopingverdacht stehenden Bernhard Kohl aufgelöst. Das Team erklärte, es werde «die notwendigen legalen Schritte, für ein sofortiges Ende der Kooperation mit Kohl» einleiten. Gestern wurde bekannt, dass der 26-jährige Österreicher, der bei der diesjährigen Tour auf Platz drei gefahren war, in der A-Probe positiv auf Epo getestet wurde. «Ich werde viel lieber Vierter auf ehrlichem Wege, als auch nur mit dem kleinsten Zweifel zu gewinnen», sagte Silence-Lotto-Teamchef Marc Coucke. (cal/si)

Erstellt: 14.10.2008, 16:11 Uhr

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