Vierte EM-Medaille für Heinzer

Max Heinzer gewinnt in Montreux EM-Silber im Degenfechten. Der Schweizer verliert den Final gegen den Franzosen Gauthier Grumier mit 12:15.

Sicherer Wert an der EM: Degenfechter Max Heinzer holt Silber in Montreux.

Sicherer Wert an der EM: Degenfechter Max Heinzer holt Silber in Montreux. Bild: Valentin Flauraud/Keystone

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Max Heinzer führte zunächst mit 3:1, ehe Gauthier Grumier, die Nummer 1 im Ranking, mit fünf Treffern in Serie zum 6:3 den Umschwung einleitete. Der 27-jährige Schwyzer übertrifft mit dem Gewinn von EM-Silber aber seine bislang drei Einzel-EM-Bronzemedaillen von 2011, 2012 und 2014.

Zudem beendete er die Schweizer Edelmetall-Flaute an grossen internationalen Titelkämpfen im eigenen Land. Montreux ist der dritte Fecht-Grossanlass in der 100-jährigen Geschichte von Swiss Fencing. An den Weltmeisterschaften von 1987 in Lausanne und 1998 in La Chaux-de-Fonds waren die Schweizer auf eigenem Boden jeweils ohne Edelmetall geblieben. Bislang einziger Schweizer Degen-Europameister bei den Männern ist der aktuelle Verbandspräsident Olivier Carrard, der 1982 triumphierte.

Mentale Stärke

Heinzer qualifizierte sich mit einem 15:14-Sieg nach Verlängerung über Gabor Boczko (Un) für das Gefecht um Gold. Dabei musste Heinzer auch auf die Zähne beissen. Beim Stande von 10:7 gegen Boczko lädierte sich Heinzer nach einem Fehltritt die rechte Fechthand. Mit Eisspray und etwas Verband wurde Heinzer wieder kampffähig gemacht. Doch Boczko schaffte anschliessend die Wende zum 14:13. Doch Heinzer zog den Kopf aus der Schlinge, erzwang mit einem Einzeltreffer die Verlängerung und setzte im sudden death die Sieg bringende Touche.

Max Heinzer erwies sich schon davor als mental starker Athlet. Er agierte aber auch mit List, Geschick und imponierte mit seiner Explosivität. Und immer wieder putschte er das Publikum und sich selbst auf. Musterbeispiel dafür war der 15:7-Sieg über den routinierten Bas Verwijlen (Ho) in den Achtelfinals. Da landete er beim Stande von 7:7 acht unbeantwortete Treffer in Folge. In den Viertelfinals hatte sich Heinzer mit 14:12 gegen den Ukrainer Maxim Chworost durchgesetzt, der in den Sechzehntelfinals Fabian Kauter das Nachsehen gegeben hatte (15:8). Benjamin Steffen und Peer Borsky und Fabian Kauter waren jeweils ebenfalls in den letzten 32 auf der Strecke ausgeschieden. (si)

Erstellt: 07.06.2015, 20:20 Uhr

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