«Wenn ich Doping nähme, käme ich davon»

Der nordirische Golfer Rory McIlroy klagt über lasche Tests und mag nicht nach Rio gehen.

2016 erst einmal getestet: Rory McIlroy.

2016 erst einmal getestet: Rory McIlroy. Bild: Phil Noble/Reuters

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Nur drei Golfprofis verdiente im letzten Jahr mehr Geld als der Nordire. Auch in der Weltrangliste ist er die Nummer 4. Und doch erregt er dieser Tage weniger wegen seiner golferischen Fähigkeiten Aufmerksamkeit als wegen seiner deutlichen Worte. Wenn er dopen würde, kritisiert der 27-Jährige die ihm zufolge laschen Dopingtests in seinem Sport, «käme ich davon».

507 Dopingtests führte die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) gemäss ihrem jüngsten Bericht 2014 bei Golfern durch, acht waren positiv. Er selbst sei dieses Jahr bloss ein einziges Mal getestet worden, und auch das sei bloss ein Urintest gewesen, sagte McIlroy gegenüber der englischen BBC.

«Mit einem Urintest findet man kein HGH», meinte er zur Verwendung von Wachstumshormonen, «ich könnte also HGH verwenden und damit davonkommen. Wenn Golf an den Olympischen Spielen ist, muss es besser auf Doping testen.» Vier- bis fünfmal pro Jahr würden Golfer getestet, das sei «sehr wenig im Vergleich zu anderen olympischen Sportarten». (phm)

Schwimmen und Turmspringen: «Dinge, die wichtig sind»

Gemäss dem letzten Wada-Bericht gab es in keiner olympischen Sommersportart weniger Dopingtests als im Golf. In Rio nächsten Monat wird McIlroy allerdings aus anderen Gründen fehlen: Wie zahlreiche weitere Spitzengolfer verzichtet er aus Besorgnis über das Zika-Virus auf die Reise nach Brasilien.

Doch während etwa der Weltranglistendritte Jordan Spieth lange mit seinem Absage-Entscheid rang, war McIlroys Begeisterung nie allzu gross. Er wisse nicht, ob er das olympische Golfturnier im TV verfolge, er werde sich eher für Leichtathletik, Schwimmen und Turmspringen interessieren – «Dinge, die wichtig sind», so der Nordire. Er habe schliesslich nicht mit Golf angefangen, um Botschafter einer Sportart zu werden, sondern um Major-Turniere zu gewinnen.

Die nächste Gelegenheit dazu hat McIlroy ab heute, wenn im schottischen Royal Troon das 145. British Open beginnt.

Erstellt: 13.07.2016, 17:24 Uhr

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