Wilder und Fury wollen sich verfrüht an die Gurgel

Deontay Wilder und Tyson Fury boxen am Wochenende um den WBC-Titel. Vor dem Kampf gab es das übliche Geplänkel.

Schlagabtausch zwischen Tyson Fury und Deontay Wilder an der Pressekonferenz. (Video: AP)

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Das Box-Business ist vor allem auch Show-Business. Das zeigen die Kämpfer jeweils lange vor dem aktuellen Fight. Sie verprügeln sich im Voraus zuerst verbal. Das gehört zum Sport, das lieben die Fans. Nur die Klitschko-Brüder Wladimir und Witali hielten sich meistens da raus. Deontay Wilder und Tyson Fury treiben es vor dem Fight am Samstag in Los Angeles (früher Sonntagmorgen Schweizer Zeit) auf die Spitze.

Der Höhepunkt des verbalen Zweikampfs fand an der letzten Pressekonferenz statt. An dieser gehört es schon beinahe zum guten – oder besser zum lauten, verfluchten und pöbelnden Ton, dass die beiden Kontrahenten sich beinahe an die Gurgel gehen. Der Hahnenkampf vor dem richtigen Kampf also (siehe Video oben).

The Show Must Go On

Die beiden Bärtigen schenkten sich nichts, überboten sich mit Beleidigungen und wüsten Ausdrücken. Wilder rief mehrmals: «Ich werde dich verdammt nochmals ausknocken, das versprech ich dir.» Fury, dessen Name auf Deutsch bezeichnenderweise Wut bedeutet, machte den lockereren Eindruck. Zumindest zu Beginn. Nach den Schubsereien zog der Engländer oben rum blank und die Beleidigungen gingen weiter. Fury meinte nach dem Rencontre: «Eigentlich hätten wir von Beginn weg nicht so nahe aneinander rangedurft.» Ganz dem Motto «The Show Must Go On» zeigte er sich gänzlich unschuldig, was die Tumulte betraf. «Ich war nicht da, um einen Kampf zu starten. Ich genoss es, aber er nahm es offensichtlich zu ernst.»

Und der 2,06 grosse Fury schob nach: «Ich glaube Wilder ist nervös, er hielt es für notwendig, zu schreien und Drohungen auszusprechen. Ich glaube, er wollte, dass ich ihm einen linken Haken reinhaue, sodass der Kampf annulliert würde.» Das tat der 30-Jährige nicht, und die Fans dürfen sich auf den Fight freuen. Ach ja, zudem hat sich Fury für den Kampf seinen Bart abrasiert.

Dieser findet im Staples Center in Los Angeles statt. Dabei verteidigt WBC-Schwergewichts-Weltmeister Wilder seinen Titel gegen den ehemaligen Weltmeister Fury. Es ist ein mit Spannung erwartetes Duell zweier ungeschlagener Boxer. Wilder (2,01 m) hält bei 40:0 Siegen (39 vorzeitig). Herausforderer Fury (2,06 m) kommt auf eine Bilanz von 27:0 (19 vorzeitig), hat aber Gegner von besserer Qualität besiegt. (hua/sda)

Erstellt: 30.11.2018, 12:00 Uhr

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