Wildwest im Basketball: 41 Sperren gegen Spieler und Offizielle

Der Cupfinal zwischen Genf und dem BBC Monthey endete mit Ausschreitungen, die nun eine rekordverdächtige Strafenflut gegen die Walliser nach sich ziehen.

Aufgeheizte Stimmung im Cupfinal am 8. April: Hier versucht Jordan Heath für den späteren Verlierer BBC Monthey zu skoren.

Aufgeheizte Stimmung im Cupfinal am 8. April: Hier versucht Jordan Heath für den späteren Verlierer BBC Monthey zu skoren. Bild: Keystone

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Nachdem BBC Monthey am 8. April den Schweizer Cupfinal in der Genfer Arena gegen die einheimischen Genfer Lions 77:78 verloren hatte, brannten bei einigen Vertretern des Walliser Clubs die Sicherungen durch. Der Trainer, Niksa Bavcevic, verfolgte und beleidigte die Schiedsrichter. Die Amerikaner Humphrey Markel und Brandon Young gingen noch weiter. Beide drangen in die Garderobe der Unparteiischen ein, wo sie diese beschimpften und ihnen ihre Medaillen nachwarfen. Gemäss dem Rapport des Verbandes, der sogleich ein disziplinarisches und administratives Verfahren einleitete, verhielt sich auch der Vizepräsident des BBC Monthey, Christophe Roessli, aggressiv und beleidigend gegenüber dem Präsidenten von Swiss Basketball, welcher sich zu diesem Zeitpunkt in Begleitung des Generalsekretärs der Fiba befand. Valentin Wegmann, Head of Competitions bei Swiss Basketball, erklärte danach, dass er in seiner 20-jährigen Tätigkeit im Schweizer Basketball noch nie ein derart aggressives Verhalten von Spielern und Vorstandsmitgliedern miterlebt habe.

Nun erhalten die Walliser die Quittung. Swiss Basketball veröffentlichte die Verdikte des zuständigen Einzelrichters, der folgende Strafen aussprach:

- Niksa Bavcevic, Trainer: 8 Spielsperren und 700 Franken Busse. Dazu kommen 2 Spielsperren von einem früheren Vorfall, die auf Bewährung ausgesprochen worden waren.

- Nathan Zana, Assistenztrainer: 5 Spielsperren und 250 Franken Busse.

- Humphrey Markel, Spieler: 7 Spielsperren und 700 Franken Busse.

- Brandon Young, Spieler: 6 Spielsperren und 500 Franken Busse.

- Christophe Grau, Präsident: 10 Spielsperren und 1000 Franken Busse.

- Christophe Roessli, Vizepräsident: 5 Spielsperren und 500 Franken Busse.

Vier der Strafen haben die Verurteilten bereits während der Untersuchungsphase abgesessen. Trotz dieser Ausfälle liegt BBC Monthey in der Meisterschaft im Playoff gegen Lausanne im Viertelfinal 2:0 in Führung.

Kritik der Sponsoren und Fans

Schon nach dem Final war BBC Monthey von verschiedenen Seiten kritisiert worden, selbst Sponsoren und Fans des Clubs verurteilten die Disziplinlosigkeiten. Dabei wies Verbandspräsident Giancarlo Sergi darauf hin, dass man die Clubverantwortlichen schon im Vorfeld des Finals getroffen und sie zu verantwortungsbewusstem Handeln aufgefordert habe. Er vertraue dem Einzelrichter und finde die verhängten Sanktionen auch nicht zu streng, erklärte er nun. «In anderen Ländern wären die Strafen härter ausgefallen.»

Monthey-Präsident Christophe Grau bezeichnete die Sanktionen gegenüber der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste» dagegen als «völlig lächerlich». Der Club werde alle Rekursmöglichkeiten prüfen und ausschöpfen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.05.2017, 16:08 Uhr

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