Zur Not nackt über den Atlantik rudern

Bei der Talisker Whisky Atlantic Challenge gehen Extremruderer über ihre Grenzen hinaus – im nächsten Jahr sind vier Schweizer mit dabei.

Mensch gegen Natur: Die Talisker Whisky Atlantic Challenge fordert die stärksten Ruderer.
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Stürme, riesige Wellen, Schlafmangel und die Sonne, die unablässig brennt. Das sind nur einige der Strapazen, mit denen Teilnehmer der Talisker Whisky Atlantic Challenge konfrontiert sind, dem wohl härtesten Ruderwettkampf der Welt. Fast 5000 Kilometer rudern die Athleten in einem einzigen Boot, das von purer «man power», ohne fremde Hilfe, angetrieben wird, quer über den Atlantik.

Allein auf weiter Flur: Ein Zweierboot bei der Atlantic Challenge. Screenshot: I believe in you

12 Teams sind vor einer Woche zur Mission gestartet. Von La Gomera auf den Kanarischen Inseln nach Antigua in der Karibik. Einzelkämpfer, Zweier-, Dreier- oder Viererteams haben dieses Jahr das Rennen, das seit 1997 ausgetragen wird, in Angriff genommen.

Tücken des Meerwassers

Im Zweistundentakt wechseln sich die Ruderer, die mit Kameraden unterwegs sind, ab. Rudern, erholen, rudern, erholen. So geht es jeden Tag und jede Nacht. Eine ausserordentliche Leistung. Zwischen 40 und 70 Tage brauchen die Boote normalerweise für die Überquerung. Je nach Begebenheiten kann die Anzahl Tage auf offener See stark variieren. Der Rekord liegt bei 33 Tagen, 7 Stunden und 30 Minuten. Er wurde 2008 von einem britisch-irischen Fünferboot aufgestellt.

Die grösste Gefahr sei das Wetter, sagen ehemalige Teilnehmer. Die Ruderboote sind zwar so konzipiert, dass sie sich wieder umdrehen, wenn sie einmal gekentert sind. Wenn aber ein Sturm auftaucht, können die Athleten nur in ihre wasserdichten Kabinen flüchten, abwarten, bis sich das Wetter ändert, und hoffen, dass ihnen nichts Schlimmes passiert.

Schmerzhaft sind bei diesem Rudermarathon vor allem Wunden, die wegen des Meerwassers nicht heilen. Gewisse Teilnehmer rudern angeblich gar nackt, um ihre Haut vor Schürfwunden durch Kleidung zu schützen.

Das Schweizer Team

Zu diesem extremen Rennen starten im nächsten Jahr auch vier Schweizer. Yves Schultheiss, Lucas Baltensperger, Laurenz Elsässer und Marlin Strub nehmen sich der Challenge an. Die vier haben sich im Militär kennengelernt und dort die ersten gemeinsamen Grenzerfahrungen gemacht. Ihr Ziel ist es, den bestehenden Weltrekord eines Viererteams von 37 Tagen und 9 Stunden zu unterbieten.

Unter dem Motto «Challenge Meets Charity» werden die vier Männer 2017 auch im Namen von notleidenden rumänischen Kindern an den Start gehen. Sie wollen ihr Boot nach Beendigung des Rennens verkaufen und den Erlös an eine Stiftung spenden, die verlassene Kinder und deren Umfeld in Rumänien unterstützt.

Video: Youtube

Erstellt: 22.12.2016, 17:09 Uhr

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