Zum Hauptinhalt springen

Wichtiger Charaktertest für Hitzfelds Junge

Im letzten Länderspiel dieses Jahres trifft die junge Schweizer Nationalmannschaft heute Abend (20.15) auswärts auf Luxemburg. Ottmar Hitzfeld spricht von einem Charaktertest.

Allgegenwärtig ist noch immer die 1:2-Heimniederlage gegen diesen Gegner am 10. September 2008. Für den Schweizer Nationalcoach war es eine der peinlichsten Niederlagen in seiner erfolgreichen Trainerkarriere. Dennoch sagte er gestern vor den Medienvertretern in Luxemburg, dass diese abgehakt sei. "Mit der erfolgreichen WM-Qualifikation hatten wir dieses Thema beendet." Ganz anders wäre es wohl, wenn die Schweiz damals wegen dieser Blamage die WM-Endrunde in Südafrika verpasst gehabt hätte.

Nur fünf Nationalspieler aus dem aktuellen Kader waren bei der historischen Pleite vor drei Jahren im Letzigrund live mit dabei: Goalie Diego Benaglio, Captain Gökhan Inler und Innenverteidiger Johan Djourou sowie als Ersatzspieler Gelson Fernandes und Stephan Lichtsteiner, die beide nicht zum Einsatz kamen. Inler war vor dem Spiel ins Fettnäpfchen getreten mit seinem Biss in ein Luxemburgerli und dementsprechend ungern wird er auf damals angesprochen. "Wir haben die bittere Erfahrung gemacht, was passieren kann, wenn man nicht in jeder Minute bereit ist, alles zu geben. Nun aber wollen wir mit Freude in diese Partie gehen, beflügelt von den positiven Erlebnissen gegen Holland."

Lichtsteiner will und kann die damalige Zeit nicht mit der heutigen vergleichen. "Wir haben nun ein ganz anderes Team, das noch unerfahren, aber spielerisch gut aufgestellt ist. Man sollte nun etwas Geduld haben und der Mannschaft die nötige Zeit zur Entwicklung geben." Der Juventus-Söldner ist mit 27 Jahren zwar noch jung, mit 44 Länderspielen hat er nach Inler (53) aber bereits am meisten Länderspiele bestritten. In allen seinen bisherigen Vereinen (Grasshoppers, Lille, Lazio Rom und jetzt Juventus Turin) hat er es zwar innert kürzester Zeit zum Stammspieler geschafft, im Nationalteam benötigte aber auch er Geduld, bis er erste Wahl war. Nach seinem ersten Länderspielaufgebot im September 2005 dauerte es zwei Jahre, bis der Luzerner erstmals 90 Minuten durchspielte.

Deshalb versteht Lichtsteiner die Ungeduld und auch Unzufriedenheit nicht, welche rund um das aktuelle Nationalteam herrscht. "Diese junge Mannschaft hat doch in den letzten Spielen gegen Liechtenstein, Bulgarien und Montenegro vieles richtig gemacht. Gegen alle drei Gegner haben wir das Spiel bestimmt und auch Tore erzielt. Jetzt heisst es dauernd, wir hätten keinen, der Tore schiessen kann. Das stimmt doch einfach nicht, wir schossen gegen England, Liechtenstein und Montenegro jedes Mal zwei Tore, gegen Bulgarien sogar drei. Nur gegen Wales und am Freitag gegen Holland trafen wir nicht. In Wales aber hatten wir das Problem, dass wir lange in Unterzahl spielen mussten. Und ein 0:0 in Holland hat noch nicht manches Team vor uns geschafft. Zudem besassen wir gar Möglichkeiten zum Sieg."

Lichtsteiner würde heute Abend lieber in der Schweiz gegen die Luxemburger antreten. "Das wäre idealer in der aktuellen Situation. Aber solche Spiele wird es immer wieder geben, da müssen wir durch und zeigen, dass wir auch gegen unbequeme Gegner bestehen können. Für die Luxemburger ist es eine grosse Herausforderung. Die werden 90 Minuten rennen wie die Verrückten und nie aufgeben. Am Freitag ging es Holland so wie nun uns: Wir wollen das Spiel gegen einen ehrgeizigen Herausforderer auf keinen Fall verlieren. Das wird ein wichtiger Charaktertest."

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch