«Ammann, der Schweizer Störenfried»

Wie die Österreicher Simon Ammann sehen – und was sie beim grossen Finale der Vierschanzentournee vom Schweizer Skisprungstar erwarten.

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Der österreichische Cheftrainer Alexander Pointner demonstriert vor dem finalen Akt der Vierschanzentournee Zuversicht. «Für mich sind die beiden Favoriten definitiv Thomas Diethart und Thomas Morgenstern. Diethart weiss ganz genau, wie er sein Potenzial abrufen kann. Er ist mit der Aufgabe gewachsen und hat fast zehn Punkte Vorsprung. Morgenstern ist, wenn man sich die Saison anschaut, derzeit der beste Skispringer im ganzen Zirkus», sagte Pointner gegenüber dem Webportal Laola1.at. Dietharts Polster gegenüber Ammann beträgt umgerechnet etwas mehr als fünf Meter, in Bischofshofen, wo das Profil der Schanze eine grosse Streuung der Weiten begünstigt, ist das nicht viel.

Die Presse ist sich denn auch nicht so sicher, dass es im Kampf um den Tourneesieg zu einem rot-weiss-roten Happy End kommen wird. «Da das Schanzen-Spektakel nun einmal kein Wunschkonzert ist, muss man zur Kenntnis nehmen, dass Simon Ammann den ÖSV-Adlern auf dem Weg zum sechsten Gesamtsieg in Folge die Suppe noch kräftig versalzen könnte», schreibt die «Kleine Zeitung» unter der Überschrift «Ammann, der Schweizer Störenfried».

«In Sachen Routine und Abgeklärtheit kann Ammann keiner was vormachen»

Am vierfachen Olympiasieger aus dem Toggenburg beeindruckt die Österreicher neben seinen Flugkünsten die aussergewöhnliche Coolness, die Selbstverständlichkeit, mit welcher er der nervlichen Belastung in den besonderen Stunden standhält. «In Sachen Routine und Abgeklärtheit kann Simon Ammann keiner was vormachen. Wie clever er in entscheidenden Momenten agiert, bewies er nicht zuletzt beim Tourneestart in Oberstdorf, als er freiwillig mit einer Luke weniger Anlauf sprang – und dank der zusätzlichen Gatepunkte den Sieg landete», konstatiert der «Kurier» voller Ehrfurcht.

Thomas Diethart, der 21-jährige Überraschungsleader der Tournee, müsse sich dagegen mit einer ins Unermessliche steigenden Erwartungshaltung herumschlagen. «Auch wenn er gebetsmühlenartig wiederholt, dass er sich derzeit über nichts und niemanden den Kopf zerbricht, schön langsam wird auch er realisieren, vor was für einem Karrieresprung er steht.» Thomas Morgenstern, der zweite ÖSV-Springer mit Chancen auf den Gesamtsieg – darin sind sich alle einig –, brauche in Bischofshofen zwei absolute Topsprünge, um von Platz 3 noch ganz nach vorne zu kommen. «Das wird sehr schwer, die anderen beiden sind in Topform», sagte Morgenstern, der ironischerweise Dietharts grosses Vorbild ist.

An Morgenstern glauben nur noch wenige Fans. In der Umfrage auf der offiziellen Website der Tournee gaben ihm gerade einmal 11 Prozent ihre Stimme, Diethart kommt auf 48, Ammann auf 38 Prozent. (ak)

Erstellt: 06.01.2014, 11:08 Uhr

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