Auf diese fünf Gegner muss Cologna achten

Der Schweizer Langlaufkönig eröffnet seine WM in Oslo heute im Sprint. Fünf Konkurrenten muss er in den kommenden Tagen besonders beachten. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtet ab 15 Uhr live.

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Die Symbolik ist unübersehbar: Die Schweizer Sprinter und Sprinterinnen sitzen nebeneinander im Saal ihres Teamhotels am Scheitel des Holmenkollens, doch der Platz in der Mitte bleibt frei. Die Langläufer starten heute in Oslo mit dem Sprint zur 48. WM. Dabei sein wird auch Dario Cologna. Doch der Überläufer seiner Equipe beantwortet gerade noch Fragen der TV-Journalisten, ehe er in den Saal der Printjournalisten vorstossen kann. Also dürfen seine Kollegen und Kolleginnen wie eine Vorgruppe vor dem Hauptakt schon einmal ran. Als Cologna hereinkommt und sich in die Mitte setzt, ist ihre Pflicht getan.

Sprintfavorit Jönsson

Sie verlassen den Raum. Die Bühne gehört ganz ihrem Captain. Auf Cologna ruhen die Medaillenhoffnungen. Inzwischen ausschliesslich, wie gestern klar wurde. Ein Staffelexploit, das Team um ihn gewann Ende Dezember als erste Schweizer Langlaufequipe einen Weltcup, wird immer unwahrscheinlicher: Toni Livers ist seit mehreren Tagen von einem Virus geschwächt, Curdin Perl von Leistenproblemen. Er muss gar gespritzt werden, damit er die Belastungstests aushält. Im klassischen Stil wird er trotz allem nicht laufen können. Da sind die Schmerzen selbst mit Spritze zu gross.

Folglich bleibt (neben Remo Fischer und den Sprintern) nur ein Cologna für alle Fälle. Er plant, einzig den Teamsprint auszulassen und fünf Rennen zu laufen. Abgesehen von der Staffel traut er sich überall eine Medaille zu. Selbst heute im Sprint, der über 1,5 km führt und im Schweden Emil Jönsson einen klaren Favoriten kennt. Ganz direkt spricht Cologna zwar nicht davon. Aber er weist auf seine zwei dritten Ränge in dieser Saison im Sprint hin. Und als ihn einer fragt, warum er den Sprint nicht auslasse, um Kraft zu sparen statt eher Siebter als Dritter zu werden, antwortet er: «Ein siebter Platz ist nicht mein Ziel.»

Der Hype um Northug

Der Vielläufer Cologna wird auf einen zweiten Serienstarter treffen: Norwegens Petter Northug. Der 25-Jährige ist neben seiner Landsfrau Marit Björgen dazu auserkoren, die enthusiastische Langlaufnation zum Träumen zu bringen. Northugs Sonderstatus zeigt sich dieser Tage auf vielen Kanälen und in fast allen Zeitungen. Er ist allgegenwärtig, längst Allgemeingut geworden. Da reichen auch Banalitäten für die Schlagzeilen. Als er am letzten Weltcup in Drammen mit einem Bärtchen über die Loipe flitzte, war dieses das grosse Thema. Northug hier, Northug da, Northug überall. Zumal er dank seines starken Endspurts in Massenstartrennen auf der Zielgerade nahezu unschlagbar ist.

Der neue Rickardsson

Dieser Hype um den Sprücheklopfer wird Cologna und den weiteren Favoriten gelegen kommen. Dabei hat vor allem der Schwede Daniel Rickardsson an der WM-Hauptprobe in Drammen imponiert. Bei seinem ersten Weltcupsieg, über 15 km klassisch, dominierte er die Konkurrenz. Der gross gewachsene Stilist ist in seiner Entwicklung das Gegenteil von Cologna und Northug. Der 28-Jährige lief lange so wie der schwedische Teamdress aussieht: blass. Obschon er bereits vor sieben Jahren im Weltcup debütierte, ist er auf oberster Stufe erst 35-mal gelaufen (Cologna kommt in rund der Hälfte der Zeit auf 50 Starts). Rickardssons Problem ist aber vor allem seine fehlende Sprintfähigkeit. In den Massenstartrennen muss er den Gegnern vor der Zielgeraden entwischen, will er gewinnen.

Hellner und der Russe

Gelassener kann da Teamkollege Marcus Hellner agieren. Als Olympiasieger in der 30-km-Verfolgung beherrscht er beide Stile exzellent und verfügt nach Petter Northug von den Allroundern wohl über den besten Finish. Mindestens ein grosses Potenzial zum Spielverderber besitzt der Russe Alexander Legkow. Der 27-Jährige war in dieser Saison nie schwächer als 11. – musste diesen Rang aber ausgerechnet im letzten Rennen vor der WM hinnehmen. Cologna wird es nicht unglücklich registriert haben.

Erstellt: 24.02.2011, 08:22 Uhr

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