Das medizinische Fragezeichen hinter Feuz

Beat Feuz steigt mit einem Vorsprung von 115 Punkten in den Endspurt um den Gesamtweltcup. Doch das Polster ist trügerisch.

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Beat Feuz kann auf eine erfolgreiche Norwegen-Reise zurückblicken. In Kvitfjell hat er 210 von 300 möglichen Punkten geholt und damit den Österreicher Marcel Hirscher im Gesamtweltcup überholt. Statt einem Rückstand von 95 Punkten weist Feuz nun 115 Zähler Vorsprung auf. Sorgen macht dem Emmentaler aber das linke Knie. Er klagt seit längerer Zeit über Schmerzen, die auf eine schon im vergangenen Herbst entdeckte Knochenabsplitterung zurückzuführen sind. Vorläufig wurde die dadurch verursachte Entzündung mit gelegentlichen Spritzeninjektionen behandelt, eine Operation Ende Saison ist aber unumgänglich. Während der Techniker Hirscher in seinen Paradedisziplinen naturgemäss eher von Ausfällen bedroht ist, begleitet Feuz der Schmerz.

In dieser Saison reist der Ski-Tross noch zu zwei Stationen, nach Kranjska Gora und zum Weltcupfinal in Schladming. Kranjska Gora wird am kommenden Wochenende Marcel Hirschers Terrain sein, denn es stehen ein Slalom und ein Riesenslalom auf dem Programm. In den bisherigen technischen Rennen zeigte Hirscher jeweils starke Leistungen, was erwarten lässt, dass er den Rückstand im Gesamtweltcup zumindest wettmachen kann. Den Riesenslalom-Weltcup führt er an, im Slalom belegt er Platz 2. «Hirscher tritt im Moment so souverän auf, dass ich ihm allemal zutraue, dass er wieder die Führung übernehmen wird», so Feuz.

«Hirscher und Feuz sind keine Rechenmaschinen»

Um den Schaden in Grenzen zu halten, versprach Beat Feuz jedem Fahrer, der sich in Slowenien vor Hirscher klassiert, via «Blick» ein Bier. Er selbst werde erst Mitte Woche entscheiden, ob ein Training für Kranjska Gora Sinn mache. Hirschers Landsmann Klaus Kröll erwartet trotz Feuz' Biertrick einen Wechsel an der Spitze des Weltcupklassements. «115 Punkte sind sicher zu wenig», sagte der Abfahrtsspezialist gegenüber dem ORF. Österreichs Männerchef Mathias Berthold gibt sich vorsichtiger: «Hirscher und Feuz sind nicht irgendwelche Rechenmaschinen, denen man zweimal 100 oder 80 Punkte eintippt. Das sind Athleten, denen man auch Fehler zugestehen muss.»

Am Weltcupfinal in Schladming finden zunächst eine Abfahrt und ein Super-G statt. Feuz könnte also wieder vorlegen. Mit starken Fahrten in den beiden Speedrennen würde der Schweizer den Druck auf Hirscher enorm erhöhen. Im besten Fall so sehr, dass der Österreicher im abschliessenden Slalom einen Sieg braucht, um sich die grosse Kristallkugel zu sichern. Ein spannenderes Schlussbouquet könnte sich der Skizirkus nicht wünschen.

Accolas Polemik

Paul Accola, Gesamtweltcupsieger von 1991/1992, würde sich derweil nur bedingt über einen Triumph von Feuz freuen. Gegenüber dem «Blick» sagte der Davoser, er würde Feuz zwar den Sieg im Gesamtweltcup gönnen, es würden aber «mit dem Gewinn dieser Kugel zu viele Probleme im Schweizer Skisport überstrahlt.» Die ehemalige Schweizer Ski-Grösse beklagt, dass ein Athlet wie Carlo Janka, der momentan in einer Krise steckt, von den Betreuern links liegen gelassen werde.

Erstellt: 05.03.2012, 13:59 Uhr

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