Die Grösse von Siegerin Shiffrin

Mikaela Shiffrin gewinnt den letzten Slalom in der Lenzerheide und fängt im Kampf um die Weltcup-Slalom-Kugel Tina Maze noch ab. Die Schwyzerin Wendy Holdener wird sehr gute Fünfte.

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Wendy Holdener realisierte ihr zweitbestes Ergebnis im Slalom, nachdem sie letztes Wochenende in Ofterschwang als Zweite erstmals aufs Podium gekommen war. Die 19-jährige Schwyzerin konnte auch im zweiten Durchgang überzeugen. Da sie aber im Schlussabschnitt einen Fehler beging, reichte es ihr nicht mehr in die Nähe des Podestes. Trotzdem war Holdeners Leistung Balsam auf die arg geschundene Schweizer Ski-Seele beim Finale auf der Lenzerheide. Lara Gut, die zweite Schweizer Starterin, schied in ihrem ersten Slalom der Saison im zweiten Lauf aus. Bei Halbzeit hatte die Tessinerin auf Platz 18 gelegen.

Der Sieg ging an die Amerikanerin Mikaela Shiffrin, die alles auf eine Karte setzte und dank Laufbestzeit vom 4. auf den 1. Rang vorstiess. Sie holte sich aber nicht nur den Tagessieg, ihren vierten in diesem Winter, sondern auch noch den Slalom-Weltcup. Die Slowenin Tina Maze, die vor Shiffrin hätte klassiert sein müssen und nach dem ersten Lauf führte, wurde letztlich nur Dritte. Shiffrin schloss somit einen für unglaublichen Winter ab, auch wenn man bedenkt, dass sie am vergangenen Mittwoch ihren erst 18. Geburtstag feierte. In Schladming hatte sie sich den WM-Titel erobert, und nun steht sie auch als beste Slalomfahrerin der Saison fest.

Hinter Shiffrin und der Österreicherin Bernadette Schild, die es erstmals aufs Podium schaffte, blieb Tina Maze nur der für sie enttäuschenden 3. Platz. Die 29-jährige Slowenin hätte alle Kristallkugeln in ihren Besitz bringen können, doch nach der abgesagten Abfahrt verpasste sie nun auch die kleine Kugel für den Slalom. Als Gesamtsiegerin und zudem Disziplinensiegerin im Super-G und im Riesenslalom bleibt sie dennoch die Überfliegerin des Winters.

Die starken Reaktionen der Siegerin neben der Piste

Sie sei nervöser als sonst gewesen, erklärte Maze gegenüber dem SRF. «Gerne hätte ich die Slalom-Kugel geholt. Ich bin schon ein bisschen traurig.» Aber sie habe im zweiten Lauf zu wenig attackiert. Und sie habe nach einer langen Saison auch eine gewisse Müdigkeit gespürt, gestand die mit Schweizer Skis (Stöckli) fahrende Slowenin ein.

Einmal mehr Grösse bewies Siegerin Shiffrin neben der Piste. «Eigentlich gehört Tina die Kugel. Sie hat mich immer so inspiriert», meinte der Teenager aus den USA im Siegerinterview mit Freudentränen. Und noch eine Geschichte zeigt, wie reif die erst 18-Jährige ist: Laut dem Reporter von SRF bat ein an Krebs erkrankter Junge aus der Schweiz die Weltmeisterin um ein Autogramm. Shiffrin selbst wollte den jungen Patienten besuchen. Ihre Trainer untersagten ihr aber den Trip, weil die Distanz von der Lenzerheide ins Spital zu weit gewesen wäre. Also liess sich Shiffrin die E-Mail der Familie geben, damit sie ihm schreiben und alles Gute wünschen könne.

Stark auf der Piste, Grösse im Leben – Shiffrin ist schon in jungen Jahren ein grosser weiblicher Champion. Man kann sich vor der talentierten Skifahrerin aus Vail (Colorado) nur verneigen.

Lenzerheide. Weltcup-Slalom der Frauen:
1. Mikaela Shiffrin (USA) 1:55,60. 2. Bernadette Schild (Ö) 0,20 zurück. 3. Tina Maze (Sln) 0,35. 4. Kathrin Zettel (Ö) 1,44. 5. Wendy Holdener (Sz) 1,77. 6. Laurie Mougel (Fr) 1,79. - Lara Gut (Sz) schied aus. - Shiffrin gewinnt damit den Slalom-Weltcup. (Weitere Resultate siehe unter Rubrik «Tabellen».)
(fal/si)

Erstellt: 16.03.2013, 14:26 Uhr

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