Die Schnellen und Holdener

Wie sind die Aussichten für die Ski-WM?

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Morgen noch der spektakuläre Nachtslalom in Schladming, dann steht schon die alpine WM in Beaver Creek an. In einer Woche beginnt der Höhepunkt der Saison mit dem ersten Abfahrtstraining der Frauen, am Dienstag ermitteln sie im Super-G die erste Weltmeisterin, tags darauf folgen die Männer in der gleichen Disziplin.

Es wäre gut, wenn danach bereits die erste Medaille eingefahren ist. Ein Drittel der Wettbewerbe mit den besten Chancen auf einen Podestplatz für die Schweizer Delegation ist dann bereits durch. Das zweite Drittel folgt mit den beiden Abfahrten. Und das letzte Drittel, die beiden Kombinationen, können zwar Medaillen bringen, aber ihr Wert wird in Zeiten der zunehmenden Spezialisierung im alpinen Skisport doch geringer eingeschätzt als in anderen Disziplinen.

Zugabe im Slalom?

Wer alles nach Beaver Creek mit­genommen wird, wird erst am Mittwoch bekannt sein, wenn Männer-Cheftrainer Thomas Stauffer mit der Verbandsspitze über die Wackelkandidaten diskutiert hat. Aber es ist ohnehin klar, wer für Podestplätze infrage kommt: bei den Männern Beat Feuz, Carlo Janka, Patrick Küng und Didier Défago, bei den Frauen vor allem Lara Gut. Die Tessinerin hat im vergangenen Jahr auf der neu gebauten Raptor-Piste in Beaver Creek die WM-Hauptprobe in Abfahrt und Super-G gewonnen. Dieses Wissen beruhigt sie enorm.

Das sind die üblichen Verdächtigen, aber wie schaut es bei Wendy Holdener im Slalom aus? Die 21-Jährige bestreitet ihre dritte WM, sie stand im Weltcup schon zweimal auf dem Podest, zuletzt Ende Dezember in Kühtai, darauf verpasste sie es als Vierte in Flachau nur knapp. Sie weiss also, dass sie das Potenzial für eine Medaille hat und dass die Form stimmt, Ehrgeiz ist bei ihr sowieso kein Problem. Und Teamkollegin Michelle Gisin macht Druck, fordert sie in jedem Training. Ein Coup käme nicht aus heiterem Himmel.

Zweimal nur Einzelfälle

Dem Frauenteam fehlt vermutlich Dominique Gisin nach ihrer Schienbeinverletzung von Cortina. Sie kämpft verbissen um die Teilnahme, es wäre ein herber Verlust, wenn sie es nicht schafft, weil sie bei ihrem Olympiasieg in Sotschi bewiesen hat, dass sie am Tag X die einzelnen Puzzleteile perfekt zusammenfügen kann. Das ist schliesslich bei einem Grossevent das Entscheidende: die Nerven behalten, wenn die Skination auf diese Medaille wartet. Vor zwei Jahren in Schladming hielt nur Lara Gut als Zweite im Super-G dieser Situation stand, weitere zwei Jahre zuvor in Garmisch war es nur Didier Cuche mit Silber in der Abfahrt.

Doch die Vorzeichen haben sich geändert. Janka und Feuz haben ihre gesundheitlichen Probleme über­wunden, Küng hat sich an der Spitze etabliert, Gut schon lange, und Défago ist auch in seiner letzten Saison der Joker, bei dem alles möglich ist. Die Aussichten sind also gut, dass sowohl das Männer- wie auch das Frauenteam wenigstens eine Medaille gewinnt. Und es ist gut zu wissen, dass mit Michelle Gisin und Mauro Caviezel, mit Daniel Yule und Luca Aerni Junge nachkommen, die schon bald für Podestplätze infrage kommen können.

Vielleicht bei der WM 2017, daheim in St. Moritz. Aber jetzt kommt erst einmal Beaver Creek 2015, und dort macht das US-Team mit Lindsey Vonn und Mikaela Shiffrin, mit Bode Miller und Ted Ligety vor, wie grossartig die Stimmung ist, wenn die heimische Delegation für ausserordentliche Erfolge gut ist.

Erstellt: 25.01.2015, 22:54 Uhr

Christian Andiel

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