Die vier Chancen der Schweizer auf Gold

Dario Cologna und Simon Ammann sind die grossen WM-Hoffnungsträger der Schweizer Nordischen in Val di Fiemme. Langläufer Cologna ist gar Kandidat für mehrere Medaillen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Er wurde schon dreimal Gesamtweltcupsieger. Er gewann dreimal die prestigeträchtige Tour de Ski. Er schnappte sich Olympiagold in Vancouver über 15 km Skating. Und er wurde sogar zum Schweizer des Jahres 2012 gewählt – der Palmarès von Dario Cologna ist beeindruckend.

Doch der bald 27-jährige Bündner Langläufer hat einen Makel in seiner Laufbahn: Er ist bislang ohne WM-Medaille heimgekehrt. Weder in Oslo vor zwei Jahren noch in Liberec (Tsch) 2009 schaffte er den Sprung aufs Podest. Die Titelkämpfe im Nordisch-Mekka Holmenkollen wurden für den Schweizer Langlaufstar gar zu einem Debakel, nicht zuletzt, weil die Serviceleute auf unerklärliche Weise versagten.

In drei Disziplinen reelle Chancen

Pannen, Missgeschicke und Enttäuschungen sollen sich an den Weltmeisterschaften in Val di Fiemme nicht mehr wiederholen. Cologna beabsichtigt, in fünf Konkurrenzen an den Start zu gehen. In drei Rennen zählt er zu den Medaillenkandidaten: morgen Samstag im Skiathlon über 30 km (je 15 km klassisch und Skating), am Mittwoch über 15 km Skating (Einzelstart) sowie über die 50 km am übernächsten Sonntag. Die Schweizer Delegation und der Athlet selbst haben allen Grund, optimistisch zu sein. Cologna ist in prächtiger Form und er sagt, dass ihm das Gelände und die Loipen in Val di Fiemme behagen. Ausserdem scheint der in seiner Heimat populäre Münstertaler, der im Gegensatz zum norwegischen Rivalen Petter Northug kein Mann der lauten Worte ist, reifer und gelassener geworden zu sein.

Gerade an Titelkämpfen gilt es ja, auch Ruhe zu bewahren. Und aus Niederlagen kann man lernen. Cologna hat gemäss Beobachtern in den letzten Tagen einen lockeren, gefassten, aber auch konzentrierten Eindruck hinterlassen. Obschon seine Ansprüche an sich selber hoch sind, will er sich nicht unter Druck setzen lassen. Auch wenn er gestern gegenüber SRF gesagt hat: «Ich bin sicher nicht hierhergekommen, um einfach nur mitzumachen.» Gäbe es WM-Gold für den Bündner, so wäre das ein Novum im Schweizer Langlaufsport. Zu den grossen Rivalen von Cologna zählen neben Northug auch der Russe Alexander Legkow sowie Alexei Poltoranin, selbst wenn der Kasache gestern im Sprint mit einem Stockbruch grosses Pech hatte und bereits im Halbfinal hängen blieb.

Die grossen Vorteile von Ammann

Die Freude über Edelmetall an einer WM hat Simon Ammann Cologna schon voraus. Neben seinen vier Goldmedaillen an Olympischen Spielen gewann der Toggenburger Skispringer an den Welt-Titelkämpfen 2007 in Sapporo Gold und Silber, 2009 in Liberec und 2011 in Oslo stand er jeweils als Dritter auf dem Podest. Der 31-Jährige startet bereits zum siebten Mal an einer WM, was wiederum zeigt, wie erfahren Ammann ist. Und die Routine kann im nervenaufreibenden Wettkampf oft die Differenz ausmachen.

Ammann hat zudem eine Gabe, die viele andere Sportlerinnen und Sportler aus der Schweiz nicht haben: Er kann sich auf einen Grossanlass einstimmen und später im Wettkampf eine Topleistung abrufen. Diese Qualitäten sind auch in Val di Fiemme gefragt. Für das morgige Springen auf der Normalschanze zählt er nicht zum engsten Kreis der Medaillenanwärter. Am Donnerstag auf der Grossschanze dagegen wird ein Grossangriff des Schweizers, der bisher eine Saison des Auf und Ab durchlief, erwartet. «Meine Medaillenchancen sind intakt», hat der gut gelaunte Toggenburger beim letzten Medientermin keck gesagt. Man spürt, dass Ammann an seiner letzten WM noch einmal etwas erreichen will.

Allerdings weiss auch der Schweizer Routinier: Wer an dieser WM ganz nach vorne springen will, muss zuerst Österreichs «Super-Adler» Gregor Schlierenzauer hinter sich lassen.

Erstellt: 22.02.2013, 11:26 Uhr

Artikel zum Thema

Northug verpasst die Goldmedaille klar

Der norwegische Langläufer Petter Northug muss sich zum Auftakt der nordischen Ski-WM geschlagen geben. Dario Colognas Bruder Gianluca machte zu Beginn eine gute Falle, konnte aber keinen Exploit landen. Mehr...

«Ich bin ein Heimweg-Toggenburger»

Skispringer Simon Ammann möchte 2014 in Sotschi noch einmal eine Medaille holen. Und dann? Den schwächelnden Tourismus im Obertoggenburg würde er gern managen und voranbringen. Mehr...

Noch eine starke Vorstellung von Cologna

Dario Cologna stellt seine WM-Form erneut unter Beweis. Der Bündner wird beim Rennen über 15 km in der freien Technik in Davos Zweiter. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Die Welt in Bildern

Logenplätze: Die Bewohner der nepalesischen Ortschaft Bode verfolgen den Nil-Barahi-Maskentanz von ihren Fenstern aus. Während des jährlichen Fests verkleiden sich Tänzer als Gottheiten und ziehen durch die Strassen. (20. August 2019)
(Bild: Navesh Chitrakar) Mehr...