«Dieser 2. Platz fühlt sich wie ein Sieg an»

Für Beat Feuz war der Podestplatz bei der Abfahrt in Beaver Creek (USA) das endgültige Comeback nach zweieinhalbjähriger Leidenszeit.

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Beat Feuz, Sie waren nach der Abfahrt in Beaver Creek emotional aufgewühlt wie schon lange nicht mehr.
Klar, dieser 2. Platz fühlt sich für mich wie ein Sieg an. Speziell nach meiner langen Leidensgeschichte.

Nach einer Operation entzündete sich Ihr linkes Knie, es drohte gar die Amputation.
In dieser Zeit rückte das Skifahren manchmal in den Hintergrund, ich bekam auch immer wieder Zweifel, ob ich überhaupt je wieder Skifahren könne. Umso wichtiger und umso unglaublicher ist für mich jetzt diese Fahrt in Beaver Creek.

Mit welchen Gefühlen gingen Sie nach den beiden Trainingstagen an den Start?
Ich fühlte mich eigentlich gut. Aber das begann schon vorige Woche in Lake Louise, der 6. Rang in der Abfahrt tat meinem Selbstvertrauen sehr gut. Hier in Beaver Creek ging ich in den Trainings nie ans Limit…

…wie gewohnt bei Ihnen…
…ja, aber ich spürte, dass ich mit der Strecke gut zurechtkam. Dass dann im Rennen nur der momentan unschlagbare Kjetil Jansrud schneller ist, das ist einfach unglaublich.

War es eine perfekte Fahrt?
Für mich schon, denn ich bin voll auf Angriff gefahren. Wenn ich die Videoanalyse mache, wird es die eine oder andere Stelle geben, bei der mehr ein bisschen mehr möglich gewesen wäre. Aber das ist mir heute herzlich egal.

Haben Sie schon während des Rennens gespürt, dass Sie so gut unterwegs sind?
Ich bin seit zweieinhalb Jahren nicht mehr auf dem Podest gewesen, mein Gefühl ist in dieser Hinsicht nicht mehr sehr zuverlässig. Aber ich habe den grossen Kampf auf dieser Strecke angenommen, obwohl es im Steilhang schon sehr schlagig war. Und meine Sprünge waren eigentlich furchtbar, ich habe mich nie darauf vorbereitet, bin einfach jedes Mal nur drübergefahren und geflogen.

Sie sind mit der hohen Startnummer 25 ins Rennen gegangen. Konnten Sie die Fahrten der Konkurrenz am Fernseher anschauen?
Da gab es nichts zu kucken.

Wie bitte?
Nicht, weil die anderen schlecht fahren, aber ich hatte meine Linie im Kopf, ich wusste, wie ich fahren will. Ich habe aber bis zur Startnummer 16 den Liveticker des Rennens auf meinem Smartphone verfolgt.

Nun ist Beaver Creek in diesem Jahr ein noch spezielleres Rennen als sonst.
Klar, hier finden in zwei Monaten die Weltmeisterschaften statt. Und ich war vor drei Jahren in Beaver Creek schon einmal Zweiter auf der Abfahrt, hinter Bode Miller. Das gibt schon zusätzlichen Mumm, um bei der WM im Februar wieder voll anzugreifen.

Erstellt: 05.12.2014, 23:44 Uhr

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