Diethart siegt – Ammann sauer über 1. Sprung

An der Vierschanzentournee ist die Entscheidung gefallen – gegen Simon Ammann. Thomas Diethart sichert sich mit dem zweiten Tagessieg den grössten Erfolg seiner Karriere.

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Der 21-jährige Österreicher Thomas Diethart sicherte sich in Bischofshofen souverän den Sieg bei der Vierschanzentournee. Simon Ammann wurde als Vierter der Tageswertung Gesamtdritter. Diethart, den vor der Tournee noch kaum jemand gekannt hatte, blieb trotz seiner Unerfahrenheit auch im letzten Springen souverän und machte mit Sprüngen auf 138,5 und 140 Meter den zweiten Tagessieg nach Garmisch-Partenkirchen und den grössten Triumph seiner noch jungen Karriere perfekt.

Der Niederösterreicher mit dem markanten Gesicht ist erst der fünfte Skispringer, der gleich bei seiner ersten Vierschanzentournee triumphieren kann. Er, der als Junior zum Training 200 Kilometer fahren musste und aus finanziellen Gründen oft im Kofferraum des elterlichen Autos übernachtete, beeindruckte auch Simon Ammann tief. «Was Thomas gezeigt hat, ist richtig cool», sagte der Toggenburger, der für die Olympischen Spiele in Sotschi nun noch heisser sein dürfte.

Ammann zeigte in Bischofshofen zwei gute Sprünge (137,5/137 m) und verpasste das vierte Tournee-Podest bei der aktuellen Ausgabe nur knapp. Beim ersten Sprung verpatzte der vierfache Olympiasieger die Landung, wodurch er bereits bei Halbzeit praktisch geschlagen war. Ammann muss weiter auf den ersten Tournee-Gesamtsieg und einen Tagessieg auf österreichischem Boden warten. Er reist zum zweiten Mal nach 2007 als Dritter ab.

Thomas Morgenstern überholte den Schweizer noch mit einem sensationellen zweiten Sprung. Der 27-jährige Österreicher erreichte mit 142 Metern die Tagesbestweite. Für Gregor Deschwanden war die Tournee bereits nach dem ersten Springen zu Ende. Der 22-jährige Luzerner verlor mit einem Sprung auf 127 Meter sein K.-o.-Duell gegen Morgenstern deutlich und verpasste auch in der Lucky-Loser-Liste die Qualifikation für den Final.

«Vielleicht war ich auch etwas müde»

«Ich habe den Sprung gut getroffen und durchgezogen, das ist der Wahnsinn. Ich freue mich so sehr», sagte Diethart. «Bis ich diesen Erfolg realisiert habe, wird es wohl noch ein wenig dauern. Da sieht man wieder, wie schnell es beim Skispringen gehen kann. Es gibt viele, die körperlich stark sind, dann muss man es aber noch im Kopf umsetzen.»

«Ich habe mich ein wenig über den ersten Sprung geärgert, in der Luft konnte ich nicht noch mehr Risiken eingehen. Vielleicht war ich auch etwas müde. Ich wusste, dass zehn Punkte Rückstand vor dem letzten Wettkampf eine grosse Hypothek sind», erklärte Ammann. «Ich hätte mir in Garmisch keinen so grossen Rückstand einhandeln dürfen. Nach der Entscheidung habe ich zu Thomas Diethart gesagt, dass ich wisse, wie es sei, wenn man als Junger den Arrivierten ein Schnippchen schlage.» Ob er in der kommenden Saison den Tourneesieg noch einmal anvisieren werde, liess Ammann offen. «Ich habe keine Ahnung und werde mir das nach den Olympischen Spielen in Sotschi überlegen.» (si/ak)

Erstellt: 06.01.2014, 14:45 Uhr

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