«Es geht mir nicht so schlecht, wie ihr meint»

Den Frauen wird im Riesenslalom kaum eine Medaille zugetraut. Lara Gut will trotz ihrer Verletzung einen Exploit schaffen.

Zuversicht trotz Verletzung: Lara Gut vor dem Riesenslalom.
Video: skionline.ch

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Allein der Blick auf die bisherigen Ergebnisse von Lara Gut und Fabienne Suter in den Weltcup-Riesenslaloms des Winters verheissen nichts Gutes. Die Tessinerin weist als Bestergebnis den 13. Rang in Aspen (USA) aus, die Schwyzerin wurde kurz vor dem Jahreswechsel am Semmering Zehnte. Selbst die milden Selektionskriterien des Verbandes waren damit lediglich zur Hälfte erfüllt.

Trotz (oder gerade wegen) der herrschenden Tristesse wird Cheftrainer Mauro Pini das Kontingent mit vier Startplätzen ausschöpfen. Zum Einsatz kommen auch Denise Feierabend und Wendy Holdener. Die jungen Innerschweizerinnen sollen mit Blick in die Zukunft Erfahrungen sammeln. Die 21-jährige Denise Feierabend bestritt im Weltcup bisher vier Riesenslaloms, schaffte aber die Qualifikation für den zweiten Lauf nie. Auch die 17-jährige Holdener scheiterte im Oktober auf dem Rettenbach-Gletscher oberhalb von Sölden vorzeitig.

Lara Gut verspürt nach ihrem Salto im Slalom der Super-Kombination nach wie vor Schmerzen am rechten Fuss, sieht sich aber nicht gross handicapiert. «Ich hatte zwei Tage frei, damit sich das Fussgelenk erholen konnte. Ich hoffe, das reicht», so die Tessinerin, die schon zweimal Vierte war an diesen WM. «Natürlich hätte ich lieber zwei Medaillen als zwei 4. Plätze gehabt, aber das gehört dazu. An einer WM ist es halt knapp. Vor zwei Jahren hatte ich zweimal Glück, nun halt dreimal etwas Pech. Nun hoffe ich, dass das Glück wieder kommt», sagt die 19-Jährige. «An einer WM kann es auch eine riesige Überraschung geben, zum Beispiel eine junge Fahrerin mit der Nummer 31 oder eben Fabienne», so Gut. Mit Fabienne meint sie Suter, die im vergangenen Februar im olympischen Riesenslalom als Vierte Bronze nur hauchdünn verpasste.

Deutsche als grosse Favoritinnen

«In den letzten zwei Tagen wollte ich mich etwas isolieren und hatte viel Physiotherapie», erzählte Gut. «Und einige waren auch noch krank, dann versucht man ohnehin, möglichst viel alleine zu sein.» Sie hofft, dass die Piste mit den kühleren Temperaturen wieder etwas härter wird – trotz ihrer Verletzung. «Es geht mir nicht so schlimm, wie ihr denkt», erklärte sie lachend den Journalisten. «Ich bin ganz zufrieden und hatte auch Glück. Es hätte auch ein Kreuzbandriss sein können», meinte sie.

Der Riesenslalom der Frauen soll aus deutscher Sicht zu einem der Höhepunkte der Heim-WM werden. Der DSV stellt mit Viktoria Rebensburg die Olympiasiegerin, mit Kathrin Hölzl die Titelhalterin und weiss mit Maria Riesch eine weitere Fahrerin mit dem Potenzial für einen Podestplatz in seinen Reihen. Neben Rebensburg, die in Sölden und kurz vor dem WM-Auftakt in Zwiesel dominierte, gab es in diesem Winter in den Riesenslaloms nur noch eine Siegerin: Die Französin Tessa Worley mit drei Erfolgen. Im Kampf um Titel und Medaillen werden auch die Finnin Tanja Poutiainen, die nach drei zweiten und zwei dritten Plätzen an den Grossanlässen endlich Gold holen will, die Slowenin Tina Maze, die Österreicherin Elisabeth Görgl, die «Speed-Queen» dieser WM, und die Amerikanerin Julia Mancuso zu beachten sein. (Sascha Rhyner/si)

Erstellt: 16.02.2011, 16:52 Uhr

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