Die Dominatoren

«Es kimmt, wias kimmt»

Leader Stefan Kraft ist einer von vier Österreichern in den Top 7 der Tournee.

Führend bei Halbzeit: Stefan Kraft. Foto: Keystone

Führend bei Halbzeit: Stefan Kraft. Foto: Keystone

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Es ist Vierschanzentournee. Und wer ist vorne? Klar, die Österreicher. Der Saisonstart war enttäuschend verlaufen für die stolzen «Adler», «wir haben richtig auf die Mütze bekommen», sagt Cheftrainer Heinz Kuttin. Doch jetzt wechselt die Tournee von Deutschland nach ­Österreich, und die heimischen Flieger belegen in der Gesamtwertung die Ränge 1 (Stefan Kraft), 3 (Michael Hayböck), 6 (Andreas Kofler) und 7 (Gregor Schlierenzauer). Das scheint eine Art Naturgesetz zu sein.

Und keiner spricht mehr von Alexander Pointner, dem langjährigen Cheftrainer, dem erfolgreichsten Skisprungcoach der Geschichte. Kuttin heisst jetzt der Boss, und der wirkt wie eine Art Antithese zu Pointner, der stets ins Esoterische abzugleiten drohte. «Natürlich» ist ein Lieblingswort des Kärtners Kuttin, der mit drei Brüdern und zwei Schwestern in einer Holzhütte im Dörfchen Gassen aufgewachsen ist. «Mein Papa hat sich dumm und deppert ­gearbeitet, um unsere Ausbildung zu ­ermöglichen, damit ich meinen Sport ausüben konnte», sagt er. Deshalb geht für ihn alles über die Arbeit, Video­analysen hält er zum Beispiel für überschätzt, «meine Springer wissen doch genau, wie gut sie sind, deshalb sollen sie sich viel lieber auf ihr Gefühl ­verlassen».

Gewiss hat es ihm die Aufgabe erleichtert, dass Thomas Morgenstern nach schweren Stürzen im vergangenen Frühjahr die Karriere beendet hat. Dessen Konflikt mit Gregor Schlierenzauer, dem anderen Superstar, hatte das Klima im Team zunehmend vergiftet. Dass die «Adler» neuerdings während der Tournee im Hotel For Friends in Mösern gastieren, hat allerdings keinen tieferen Sinn, es geht nicht darum, den neuen Teamgeist zu beschwören. «Es mindert einfach den Stress, wenn man zwischen den Springen in Garmisch und Innsbruck nicht auch noch das Hotel wechseln muss», sagt Kuttin.

Der Slowene Peter Prevc ist jetzt der grosse Gegenspieler. In den vergangenen sechs Jahren haben die Österreicher jeden Angriff abgewehrt, die Tourneewertung gehört einfach ihnen. Dass das Wetter in Innsbruck heute und morgen wieder einmal für Kapriolen sorgen soll, interessiert die Athleten nicht, man müsse es nehmen, wie es sei, sagt Tourneeleader Kraft. Oder wie es in seinem Pongauer Dialekt heisst: «Es kimmt, wias kimmt.» Natürlicher hätte es Kuttin nicht sagen können.

Erstellt: 02.01.2015, 22:22 Uhr

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