Gisin verpasst ersten Weltcupsieg knapp

Michelle Gisin muss sich in Lake Louise nur Nicole Schmidhofer geschlagen geben. Auch Joana Hählen weiss zu überzeugen.

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Die Engelbergerin Michelle Gisin zeigte in Lake Louise in der ersten Frauen-Abfahrt des Winters eine starke Leistung. Sie erreichte als Zweite ihr bisher bestes Weltcup-Resultat in dieser Disziplin.

Zum Sieg fehlten Michelle Gisin nur gerade 15 Hundertstel. Lange lag die mit Nummer 1 gestartete Obwaldnerin in Führung, und es schien gar der erste Sieg im Rahmen des Weltcups möglich. Doch dann kam mit Nummer 15 noch die Österreicherin Nicole Schmidhofer, die schon im Abschlusstraining die Schnellste gewesen war und ihrerseits erstmals im Weltcup gewann. Allerdings hat die 29-jährige aus der Steiermark schon einmal ein wichtigeres Rennen gewonnen: 2017 in St. Moritz wurde sie Weltmeisterin im Super-G.

Dasselbe hätte auch für Michelle Gisin gegolten. Auch sie holte letzten Winter an einem Grossanlass Gold, indem sie an den Olympischen Spielen in Südkorea die Kombination gewann. Im Weltcup jedoch muss nun die Innerschweizerin weiterhin auf ihren ersten Sieg warten.

Michelle Gisin durfte zur Kenntnis nehmen, dass sie den Wechsel von den Slalom- auf die Abfahrtsski, der ihr in diesem Winter noch einige Mal bevorstehen wird, problemlos schafft. Die Woche zuvor in Killington war die knapp 25-Jährige im Slalom als Fünfte so gut klassiert wie noch nie in dieser Disziplin, und nun liess sich in den kanadischen Rocky Mountains ihr bestes Resultat in einer Abfahrt folgen.

Schon im Vorjahr stark

Die Piste in Lake Louise scheint ihr zu liegen. Im Vorjahr - damals mit Nummer 27 - war sie hier auf Platz 3 gefahren. Diesmal eröffnete sie das Rennen und legte dabei eine starke Marke vor, die ihr zum fünften Mal zu einem Podestplatz im Weltcup verhalf. «Ich bin die Passage 'Fishnet' mit viel Risiko gefahren. Das zahlte sich aus», durfte Michelle Gisin hinterher sagen, «unangenehm war jedoch die Warterei im Ziel. Ich wusste allerdings genau, dass Nicole Schmidhofer gefährlich wird.»

Schwester Dominique hatte sie schon vor dem Rennen vor der Österreicherin gewarnt. Als dann aber auch die 22-jährige Deutsche Kira Weidle, die zuvor nie besser als Achte war, im zweiten Training aber Bestzeit gefahren hatte, hinter ihr blieb, war Michelle Gisin davon überzeugt, dass es wenigstens zu einem Podiumsplatz reicht. Den wertete sie als «cool, eigentlich unglaublich.»

Mit ihren Fähigkeiten als Allrounderin eröffnete sich Michelle Gisin auch Perspektiven im Hinblick auf eine Spitzenplatzierung im Gesamt-Weltcup. Die Überfliegerin Mikaela Shiffrin, die im letzten Winter in Lake Louise überraschend in der Abfahrt triumphierte, liess sie jedenfalls für einmal hinter sich. Die Amerikanerin erreichte Platz 9.

Auch Hählen mit Exploit

Unmittelbar vor Shiffrin reihte sich die Bernerin Joana Hählen, gestartet mit Nummer 31, als Achte ein. Die 26-Jährige aus Lenk im Simmental hatte es zuvor noch nie in die Top 10 einer Abfahrt geschafft. Besser war Hählen erst einmal gewesen, als Fünfte des Super-G letzten Winter in Val d'Isère. Die Schwyzerin Corinne Suter und die Tessinerin Lara Gut-Behrami folgten als nächstbeste Fahrerinnen von Swiss-Ski auf den Positionen 12 und 14. (TA/SDA)

Erstellt: 30.11.2018, 22:10 Uhr

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