Hektik an der Tour de Ski

Viele Athleten drängelten an der 2. Touretappe um den Sieg – auch Dario Cologna. Er wurde Sechster. Nun folgt sein Heimrennen in Tschierv.

«Nun ­beginnt die Tour praktisch bei null»: Dario Cologna vor seinem Heimrennen im Münstertal.

«Nun ­beginnt die Tour praktisch bei null»: Dario Cologna vor seinem Heimrennen im Münstertal. Bild: Keystone

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Nach zehn Minuten begann das Rennen von vorne: Als Erster hatte Dario Cologna in diese zweite Etappe der Tour de Ski starten dürfen. Zu seiner Über­raschung hatte er den Prolog am Samstag in Oberstdorf gewonnen und durfte damit im Allgäu als Leader in die Loipe. Seine Gegner aber holten ihn in dieser Klassischverfolgung über 15 km erwartungsgemäss rasch ein. Damit begann erst einmal das Taktieren – und zum Schluss hin das grosse Gedränge. Stockbrüche gehörten zum Rennen. Davon betroffen war ­Jonas Baumann, der zum Tour-Auftakt mit Rang 8 sein bestes Welt­cupergebnis geschafft hatte, gestern aber auf Platz 39 abrutschte.

Cologna hingegen hielt sich auch im finalen Aufstieg an der Spitze, rutschte dann zweimal leicht – schon waren die Topplätze weg. Als Sechster lief er 2,3 Sekunden hinter Sieger Petter Nort­hug ein. Der Norweger zeigte einen Wettkampf wie zu seinen besten Zeiten. Lange bummelte er am Schluss des ­Feldes, ehe er sich in der letzten Abfahrt an die Spitze schob und seinen minimen Vorsprung auf der kurzen Zielgeraden locker verteidigte.

Wichtige Bonussekunden

Er wird morgen in der Heimat von Cologna im Münstertal als Gesamtführender in den Skatingsprint gehen. «Nun ­beginnt die Tour praktisch bei null», ­bilanzierte Cologna nach diesen ersten beiden Einsätzen. «Leider war ich in der Schluss­abfahrt ein wenig eingeklemmt. So ­verpasste ich die Bonussekunden für die Top 3.» Der dreifache Olympiasieger reiste noch gestern mit dem Team ins Münstertal. Dort will er «mindestens den Prolog überstehen, besser aber in den Halbfinal vorstossen». Was nach ­einer eher einfachen Vorgabe für Cologna klingt, ist nicht zu unterschätzen: Bislang scheiterte der 28-Jährige in vier Sprintweltcups stets schon in der Qualifikation.

Allerdings zeigte gerade sein Prologsieg, dass sein Level besser ist – was er auch sein muss: Schliesslich erhält der Sprintsieger 60 Bonussekunden. Cologna wird sich also in den vorderen Plätzen klassieren müssen, wenn seine härtesten Gegner wie der Norweger Sundby oder der Schwede Halfvarsson weit vorstossen. Ansonsten würde er sich bereits eine Hypothek einhandeln.

Deutlich weniger spannend verlief das Frauenrennen. Marit Björgen (No) baute ihren Vorsprung schon so weit aus, dass sie wohl bloss noch von Topklettererin Therese Johaug in der Schlussetappe ­abgefangen werden kann. Beste Schweizerin ist Seraina Boner als Gesamt-19.

Erstellt: 04.01.2015, 21:41 Uhr

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