Hirscher kontra Feuz und Cuches letzter Schweizer Tango

Marcel Hirscher wird heute den Super-G von Crans-Montana bestreiten. Das dramatisiert das Duell um den Gesamtweltcup mit Beat Feuz – und inspiriert auch Didier Cuche.

Ein Trio im Fokus: Marcel Hirscher, Beat Feuz und Didier Cuche (v. l.) wollen in Crans-Montana aufs Podest.

Ein Trio im Fokus: Marcel Hirscher, Beat Feuz und Didier Cuche (v. l.) wollen in Crans-Montana aufs Podest. Bild: Keystone

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Hirscher hat sich am Donnerstagmittag entschieden, zumindest den ersten Super-G im Wallis zu fahren. «Mein Gefühl ist so, dass es für mich sicher eine Herausforderung ist. Primäres Ziel ist es, das Ganze als gute Vorbereitung auf den Riesenslalom zu sehen», erklärte der Salzburger gegenüber österreichischen Medien. Im Hinblick auf die spannende Ausgangslage im Kampf um den Sieg im Gesamtweltcup fügte der Leader der Wertung bei: «Ob ich den Vorsprung ausbauen kann – sofern dies überhaupt möglich ist – ist sekundär.» Hirscher will sich also nicht unnötig unter Druck setzen lassen. Ob es dann auch tatsächlich so ist, werden schon die Skitage von Crans-Montana am Wochenende zeigen. Am Samstag steht der zweite Super-G auf dem Programm, am Sonntag soll der Riesenslalom stattfinden.

Nun, der Österreicher führt mit zwölf Punkten Vorsprung auf den verletzten Kroaten Ivica Kostelic und mit 52 Zählern auf Beat Feuz. Hirschers Einsatz im ersten Super-G kommt einem Saisondebüt in dieser Disziplin gleich. Dass er auch den Super-G beherrscht, bewies der ÖSV-Athlet schon im Dezember 2009 in Val d’Isère, als er den guten elften Rang belegte. Und vor drei Jahren schnappte er sich anlässlich der Junioren-WM die Silbermedaille. Hirscher scheint die Qualitäten zu haben, am Ende dieses Winters als bester Allrounder ausgezeichnet zu werden.

Feuz muss viele Punkte sammeln

Die Konkurrenz will sich natürlich nicht schon im Vorfeld geschlagen geben. Für Feuz werden die nächsten beiden Wochen wegweisenden Charakter haben. In der vergangenen Woche konnte der Emmentaler schon einmal auf der Piste von Crans trainieren. «Die Piste war natürlich noch nicht so hart, wie sie sich bei den Rennen präsentieren wird. Aber es war wichtig, die vielen Wellen und Übergänge einmal zu sehen. Diese Erfahrung könnte von Vorteil sein», sagte Feuz gegenüber der Sportinformation (Artikel online nicht vorhanden).

Die Position des Berners ist insofern recht günstig, da noch sieben Speed-Rennen ausstehend sind – gegenüber fünf Prüfungen technischer Art (3 Riesenslaloms, 2 Slaloms). Allerdings: Feuz muss an diesem Weekend reichlich punkten, will er seine Chance auf den Gewinn der grossen Kristallkugel wahren.

Die Dernière für den «Schweizer des Jahres»

Zu einem ganz speziellen Event werden wohl die alpinen Tage im Wallis für Didier Cuche. Der Neuenburger gastiert auf seiner Abschiedstournee zum letzten Mal auf Schweizer Weltcup-Boden. «Wenn ich aufs Podest kommen will, muss ich mich auch in Ruhe auf die Rennen vorbereiten und konzentrieren können», meinte der Routinier gegenüber «Le Matin». Doch die einheimischen Fans, die Medien – alle wollen noch einmal etwas vom «Kaiser von Kitz». Cuche wird, wie Hirscher und Feuz, im Fokus stehen – was ja irgendwie verständlich und auch wieder schön sein muss für den populären Romand, der im Vorfeld dennoch hoffte, dass «der Rummel um meine Person nicht allzu gross sein wird».

Die Ruhe in Crans-Montana kann sich der 37-jährige Klasseathlet schon einmal abschminken. Die 6000 Zuschauer fassenden Tribünen im Zielraum sind längst ausverkauft. Und am Samstagabend wird auf der lokalen Eisbahn die offizielle Preisübergabe für den Award «Schweizer des Jahres» vorgenommen – da ist die grosse Fete schon einmal vorprogrammiert.

Santé, Monsieur.

Erstellt: 23.02.2012, 17:18 Uhr

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