Hoffentlich fällt kein Schnee!

Es geht im Weltcup um so viel Geld, dass die Natur möglichst ausgeschaltet wird.

Schneemassen werden zum Übersommern mit Sägemehl abgedeckt. Foto: Keystone

Schneemassen werden zum Übersommern mit Sägemehl abgedeckt. Foto: Keystone

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In Davos konnte der nordische Langlauf-Weltcup am Wochenende nur durchgeführt werden, weil Halden von Kunstschnee übersommert worden waren – unter Sägemehl begraben. In dieser Woche gastiert der alpine Weltcup der Männer in Gröden. Geschneit hat es dort diesen Winter noch nicht, aber es ist mittlerweile kalt genug, dass Kunstschnee hergestellt werden kann. Dreieinhalb Kilometer lang ist die Abfahrt, es braucht breite Sturzräume und also viel Schnee.

Will man Leistungssport auf Weltcupniveau, muss man die Unwägbarkeiten der Natur so gut wie möglich ausschalten. Ein Event, zu dem Zehntausende von Zuschauern pilgern, der von TV-Anstalten übertragen wird und perfekte Bedingungen bieten will, kann nicht umweltverträglich sein. Er kann sich höchstens bemühen, die Umwelt möglichst wenig zu belasten.

Jede Station des Skiweltcups ist heute ein Millionenunternehmen. Die Hotels haben ihre Zimmer den Verbänden, Fans, Sponsoren und Journalisten vermietet, die TV-Anstalten haben ihre Sendezeiten teuer verkauft, die Restaurants machen ein gutes Geschäft. Der Veranstalter ist gegen eine Absage versichert. Ist sie wirklich nicht zu verhindern, steigt die Versicherungs­summe fürs folgende Jahr.

Schneefall als Risiko

Was mit Abstand den meisten Wert hat, ist der Werbeeffekt für den Austragungsort und für den Sport. Da ist es zu verkraften, wenn sich eine weisse Spur durch braune Landschaft zieht. «Die Menschen in der Welt sehen, dass wir auch ohne Schnee eine Piste hinbekommen», sagt ein Grödner Hotelier. Mögen die Wetterprognosen auch durchzogen sein, so dürften doch weniger Gäste absagen als in anderen Regionen. Solche Überlegungen führten in Kitzbühel letztes Jahr dazu, dass Helis tagelang Schnee auf die Strecke brachten. Der Aufwand lohnte sich für Kitzbühel und in Davos. Auch in Gröden dürfte die Rechnung aufgehen. Weil sich Kunst- und Naturschnee schlecht verbinden, gibt es nur noch ein grosses Risiko für die Abfahrt: heftigen Schneefall.

Erstellt: 14.12.2014, 20:39 Uhr

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