«Ich bin gespannt, wie sich das Knie anfühlen wird»

Beat Feuz kehrt im kanadischen Lake Louise in den Skizirkus zurück. Tagesanzeiger.ch/Newsnet hat den Berner Speedfahrer zu seinem Comeback befragt.

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Im März 2012 fuhr Beat Feuz letztmals im Weltcup, damals lieferte er Marcel Hirscher bis zum letzten Rennen einen Kampf um den Gesamtweltcup. Danach erlitt der Schweizer einen Infekt im linken Knie, dessen Ursache wohl nie ganz geklärt werden kann. Das Problem wurde zu spät erkannt, am Ende verdankte es Feuz mehreren Notoperationen im Inselspital in Bern, dass er sein Bein nicht verlor. Bei der Abfahrt in Lake Louise gibt Feuz am Samstag sein Comeback als Rennfahrer, am Mittwoch steht das erste Training auf dem Programm.

Beat Feuz, Sie stehen nach Ihrer schweren Knieverletzung erstmals seit 20 Monaten wieder am Start beim Weltcup. Was ist das für ein Gefühl?
Das Kribbeln beginnt allmählich, dieser spezielle Moment geht schon nicht spurlos an mir vorüber. Es ist zwar nur ein Training, und das nehme ich sonst eher gelassen. Doch diesmal ist es anders, vor allem bin ich enorm gespannt, wie sich das Knie nach dem Training anfühlen wird.

Mit welcher Strategie gehen Sie in diesen Trainingslauf?
Ich werde sicherlich nicht allzu aggressiv zu Werk gehen, aber das bin ich im Training eigentlich nie. Bei der Besichtigung wird es wichtig sein, dass ich mir die Strecke besonders genau einpräge, damit ich bereits meine Linie fahren kann.

Haben Sie im Knie noch Schmerzen?
Nein, im Training zuletzt in Colorado hat es sehr gut funktioniert, ich konnte alles machen, wenn auch noch leicht reduziert.

Konnten Sie bestimmte Übungen nicht mitmachen?
Nein, ich habe nur den Umfang etwas reduziert: Wenn die anderen fünf Trainingsfahrten gemacht haben, waren es bei mir drei oder vier. In Lake Louise war ich am Dienstag frei Ski fahren, danach verspürte ich leichte Schmerzen, aber das hatte ich erwartet: Nach einer intensiven Trainingsphase und einer kurzen Ruhepause ist es klar, dass es nach der ersten Belastung wieder wehtut. Das sollte aber kein Problem sein.

Wie schwierig ist dieser schrittweise Aufbau bis zur vollen Leistung?
Geduld ist nicht gerade meine Stärke, aber ich wusste, dass es einen langsamen Aufbau braucht. Es ist mir also nicht wirklich leicht gefallen, aber weil es sein musste, habe ich es akzeptiert.

Im Teamhotel am Lake Louise hängt ein Bild von 1899, darauf sind zwei Schweizer Bergsteigerpioniere, einer heisst Edward Feuz. Wie eng sind Sie mit ihm verwandt?
Sehr eng kann es nicht sein: Edward ist ein Feuz von Mürren, ich bin ein Feuz von Gsteigwiler.

Erstellt: 27.11.2013, 10:47 Uhr

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