Jankas Kampf an drei Fronten

Carlo Janka steckt in einem Teufelskreis: Der Frust über seine Rücken- und Materialprobleme mündet nun in einen Streit zwischen den Trainern.

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Vier Tage vor dem Riesenslalom in Adelboden ist immer noch unklar, ob Carlo Janka am Start stehen wird. Unter den Trainern ist wegen seiner Gesundheit und der Materialabstimmung ein Streit entbrannt. Janka, der sich über die Festtage zum Spezialtraining in Hinterreit (Ö) verschanzt hat, lässt sich nicht in die Karten blicken und schweigt eisern.

Dabei sind die Probleme offensichtlich: Sein Rücken kann der Belastung im Moment nicht standhalten, trotzdem sieht Trainer Sepp Brunner den Hauptgrund für den ausbleibenden Erfolg in der Materialabstimmung. «Nachdem er bei den letzten Rennen mit einer zu aggressiven Abstimmung unterwegs war, haben wir jetzt etwas gefunden, das mich sehr zuversichtlich stimmt», so Brunner zu «Blick».

Material auf eisige Pisten abgestimmt

Seit dem Sommer schlägt sich Janka mit chronischen Rückenbeschwerden herum, selbst mit Spritzen spürt er den Schmerz in der Wirbelsäule. Sorgen bereitet auch das Material, welches auf eisige Piste abgestimmt wurde, aber für die Verhältnisse in diesem eher warmen Winter nicht optimal ist.

Brunner sieht die Schuld nicht primär beim Wetter, sondern beim internationalen Verband: «Nach dem Auftakt in Sölden wurde deutlich, dass die Verantwortlichen der FIS plötzlich dafür plädieren, die Pisten mit weniger Wasser zu bearbeiten. Natürlich wollten wir bereits im November in Nordamerika auf diese neue Tendenz reagieren, doch damals waren Carlos Rückenprobleme zu gross. Das muss er jetzt nachholen.»

Zwist zwischen Brunner und Inglin

Jankas Materialabstimmung verfolgt Cheftrainer Osi Inglin mit Skepsis. Auf Skionline.ch weist er Brunner zurecht: «Wenn ein Fahrer, der nicht in Form und nicht topfit ist, am Material herumschraubt, ist die Gefahr sehr gross, dass das Unternehmen in der Sackgasse endet und man sich verrennt.» Im Moment lautet die Devise: Retten, was bis im März noch zu retten ist. Wahrscheinlich ist, dass Janka auf jeden Fall die Superkombination am Lauberhorn sausen lässt.

Noch vor Saisonbeginn hatte Carlo Janka verkündet: «Ich will meinen zweiten Sieg im Gesamt-Weltcup.» Vier Monate später schmelzen seine Träume wie ein Schneemann in der Wüste. In zehn Rennen schaffte es der Schweizer Skistar nur zweimal unter die Top Ten. Im Riesenslalom von Sölden und Beaver Creek schaffte es der 25-jährige Obersaxer auf Platz 4 und 10, ansonsten gleichen seine Resultate einem Newcomer, der seine ersten Gehversuche im Weltcup macht.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.01.2012, 11:49 Uhr

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