Mit kreativer Vorbereitung

Die Schweizer Langläufer mit Olympiasieger Dario Cologna starten morgen nach speziellem Test in die Saison.

Das Erfolgsduo: Dario Cologna (links) mit seinem persönlichen Trainer Fredrik Aukland.

Das Erfolgsduo: Dario Cologna (links) mit seinem persönlichen Trainer Fredrik Aukland. Bild: Keystone

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Es war eine Einheit der besonderen Art. Toni Livers trug in diesem internen Massenstartrennen die Startnummer eins, Dario Cologna die zwei und Remo Fischer die drei. Im klassischen Stil über 10 Kilometer liess sie ihre Trainerin Guri Hetland gegeneinander antreten. Sie muss lachen, wenn sie über die bizarre Situation nachdenkt. Denn ausser dem Schweizer Trio war hoch oben in Schweden in Kiruna am Sonntag kein weiterer Langläufer «am Start». Dafür hatte Hetland einen lokalen Speaker organisiert und das Stadion beschallen lassen, um die ohnehin schon ungewöhnliche Rennsituation realistischer zu gestalten.

Kurzfristig umdisponiert

Der Grund für den Sonderwettkampf: Mangels Schnee am ursprünglich geplanten Trainingsort in Bruksvallarna (Sd) hatte das Schweizer Langlaufteam kurzfristig umdisponieren müssen und so auch das geplante Vergleichsrennen mit vielen anderen Nationen dort verpasst.

Weil kurz vor dem Start in die neue Saison aber auch das Serviceteam noch einmal die Abläufe durchspielen wollte, sah sich die Equipe zu diesem improvisierten Test veranlasst.

Beste Verhältnisse in Kiruna

Ursprünglich geplant war das Vorbereitungslager vor dem Weltcupstart mitsamt den Sprintern und Frauen. In der nördlichsten Stadt Schwedens fand sich schliesslich neben den drei Langdistanz-Athleten nur noch Disziplinenkollegin Silvana Bucher ein. Es hätte aus ökonomischer Sicht keinen Sinn ergeben, das komplette Team mitzunehmen, da dieses Wochenende nur Langdistanzrennen und die Staffel auf dem Programm stehen.

Das Ausweichen nach Kiruna erwies sich für das Quartett als Glück, waren die Schneeverhältnisse doch exzellent und die Loipen kaum frequentiert. Einzig Curdin Perl, der Vierte des Staffelteams, verpasste die ideale unmittelbare Wettkampfvorbereitung wegen gesundheitlicher Probleme. Der Bündner reiste direkt an den Rennort Gällivare.

Doch zurück zum Massenstartrennen, das mit nur drei Teilnehmern seine Tücken aufwies. Denn der klare Teamleader, Olympiasieger Dario Cologna, glaubte, die Kollegen Livers und Fischer würden sich wohl nur hinter ihm einreihen und ihn allein arbeiten lassen. Also sah sich Fischer veranlasst, von Beginn an für ein hohes Tempo zu sorgen. Er machte seine Arbeit dermassen gut, dass Livers schon nach kurzer Zeit wegfiel und selbst Cologna beissen musste, ehe er Fischer doch noch (deutlich) stehen liess. Damit war das Ziel von Guri Hetland erreicht, aus der speziellen Ausgangslage ein trotz allem möglichst intensives Training herauszuholen.

Colognas gute Vorbereitung

Wo ihr Team steht, vermag die Norwegerin auch wegen des fehlenden internationalen Vergleichs nicht zu sagen. Zudem ist sie nach der Absetzung von Chefcoach Inge Braten vor knapp sieben Wochen – wegen mangelnden Vertrauens der Athleten – erst seit dieser Zeit in engem Kontakt mit dem Distanzteam um Cologna. Der ist im Gegensatz zur letztjährigen Vorbereitung (Muskelfaserriss) verletzungsfrei durch den Sommer gekommen. Seine Trainingswerte sind gut, entsprechend optimistisch ist der Olympiasieger über 15 km Skating, der die WM-Saison morgen auf seiner Paradedistanz eröffnen kann.

Was sich im internen Massenstartrennen zeigte und Livers erfahren musste: Der Zürcher Oberländer Fischer, bislang ein Skating-Spezialist, hat sich im Klassik-Stil stark verbessert. Das liesse grösseren taktischen Spielraum für die Staffel von übermorgen, wo die Schweizer abermals gemeinsam am Start stehen – diesmal einer nach dem anderen.

Erstellt: 19.11.2010, 11:24 Uhr

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