Neuer Impuls für Cologna

Warum dem Langläufer der Abgang von Trainerin Hetland gut tun könnte.

Dass sich Dario Cologna seit seinem Aufstieg zur Grösse nun schon zum vierten Mal an einen neuen Teamchef wird gewöhnen müssen, ist keine Katastrophe. Foto: Reto Oeschger

Dass sich Dario Cologna seit seinem Aufstieg zur Grösse nun schon zum vierten Mal an einen neuen Teamchef wird gewöhnen müssen, ist keine Katastrophe. Foto: Reto Oeschger

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Eine englische Fussballweisheit besagt: «Never change a winning team.» Die Verantwortlichen der Schweizer Langläufer haben sich für das Gegenteil entschieden. Weil sie sich nach langen Verhandlungen mit Cheftrainerin Guri Hetland nicht einig über ihr künftiges Jobprofil wurden, sie wollten ihr weniger Verantwortung übertragen, entschieden sie sich am Samstag zum Gesprächsabbruch. Gesucht wird nun ein neuer Chef. 

Da die Athleten gestern bereits in ein erstes Trainingslager für die kommende Saison abreisten, eilte es mit einer Entscheidung. Markus Wolf, Sportdirektor von Swiss-Ski, und Hippolyt Kempf, der Langlauf-Verantwortliche des Verbandes, hatten im Vorfeld abermals die Meinung der Athleten um Teamleader Dario Cologna eingeholt. Und der dreifache Olympiasieger stützte Hetland nicht bedingungslos. Es dürfte das entscheidende Signal gewesen sein.

Hetland wollte weiterhin auch in der Trainingsgestaltung stark eingebunden sein, wie sie dies seit ihrem Antritt im Herbst 2010 gewesen war. Der Verband aber hatte für diese den früheren Trainer der slowenischen Sprintweltcupsiegerin Petra Majdic vorgesehen und in der vergangenen Woche auch engagiert.

Dass sich Cologna seit seinem Aufstieg zur Grösse nun schon zum vierten Mal an einen neuen Teamchef wird gewöhnen müssen (Frauen wie Hetland sind in diesem Metier höchst selten), ist keine Katastrophe. Der 28-Jährige wusste auch in den Jahren zuvor schon bestens, was ihm als Athlet gut tut. Einen Trainer im klassischen Sinn benötigt er längst nicht mehr.

Konsequenterweise trainierte er in den letzten Saisons viel allein, also ohne die Gruppe der besten Distanzläufer. Erhält Cologna nun dank des Trainerwechsels neue Impulse für den nächsten Olympiazyklus, kann diese Veränderung im Idealfall gar befruchtend sein. Darauf hoffen die Verantwortlichen um Wolf und Kempf. 

Andernfalls aber geht der Bündner noch konsequenter seinen Weg – und dürfte wohl auch damit ans Ziel ­ge­langen. Was darum auf den ersten Blick nach einem Risikoentscheid von Swiss-Ski aussieht, könnte bei näherer Betrachtung gar gewinnbringend sein und belegen, dass man ein «winning team» je nach Konstellation durchaus ver­ändern kann.

Erstellt: 12.05.2014, 07:08 Uhr

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