Rätselraten um die Zukunft von Cuche

Es herrscht eine grosse Ungewissheit, was Didier Cuche heute vor den Medien verkünden will. Kurzfristig hat er die Journalisten eingeladen.

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Am Montag um 14.20 Uhr flatterte auf der Redaktion von Tagesanzeiger.ch/Newsnet das Mail mit dem Betreff «Einladung Pressekonferenz Didier Cuche» in die Mailbox. In der Aula des Schulhauses Lenzerheide will Cuche um 18.45 Uhr über «seine Zukunft im Skirennsport informieren». Weil Swiss-Ski schon zuvor auf 17 Uhr im Teamhotel zu einem Medientreffen eingeladen hat, wirft diese Einladung Fragen auf. Gibt Cuche seinen Rücktritt bekannt? Da er im August 37-jährig wird und im nächsten Jahr kein Grossanlass ansteht, ist dies zumindest nicht auszuschliessen. Und auf seinem Helm hat er in die Schweizer Kreuze in den Landessprachen «Danke» geschrieben.

Bis vor kurzem hatte noch wenig bis nichts auf einen Rücktritt Cuches hingedeutet. Doch der Streit in Kvitfjell mit Renndirektor Günter Hujara um einen Sprung und die daraus folgende Busse in der Höhe von 5000 Franken verbitterte den Neuenburger. Dem ORF, das Cuches Ansinnen scharf kritisierte und mit zunehmender Nervosität in Verbindung brachte, verweigerte er das Interview. Er trat mit unmittelbarer Wirkung aus der Athletenkommission zurück. Und mochte sich deshalb gar nicht richtig über seinen Sieg am letzten Sonntag im Super-G freuen.

Ist die Erklärung ganz einfach?

Im Presseraum auf der Lenzerheide, wo ab morgen das Weltcup-Finale mit den Abfahrten der Männer und Frauen beginnt, ist das grosse Rätselraten im Gang. Gleichwohl rechnen Insider wie auch Konkurrenten, dass Cuche zumindest noch eine Saison anhängt. «Ich weiss von nichts. Aber mein Bauchgefühl sagt, dass Didier weiterfährt», erklärte Fränzi Schuler, Leiterin Events von Cuches Kopfsponsor Ovomaltine, gegenüber Skionline.ch. Auch Ausrüster Head geht von einer Fortsetzung der Karriere aus: «Ich bin sehr erstaunt und habe keine blasse Ahnung», meinte Geschäftsführer Lucio Zallot an gleicher Stelle.

Für zusätzliche Konfusion sorgt eine zweite Medienkonferenz von Cuches Ausrüster am Samstag. Dort hatte man mit einer positiven Stellungnahme seitens des 17-fachen Weltcupsiegers gerechnet. Vielleicht ist die Erklärung aber auch ganz einfach. Cuche will sich am Tag vor der Entscheidung um den Abfahrts-Weltcup etwas Ruhe gönnen und den Medienrummel kanalisieren. Im Teamhotel wäre er bei den Athletengesprächen fraglos von Journalisten aus dem In- und Ausland bedrängt worden; in der Aula des Schulhauses kann er die Masse der Wissbegierigen auf Distanz halten.

Erstellt: 15.03.2011, 15:33 Uhr

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