«Schockiert» wegen St. Moritz

Atle Skaardal, der alpine Renndirektor Frauen beim internationalen Skiverband (Fis), findet es ein sehr beunruhigendes Zeichen, dass für ein zusätzliches Rennen in St. Moritz keine Finanzierung möglich ist.

Fis-Renndirektor Atle Skaardal macht sich Sorgen um seine Sportart. Foto: Keystone

Fis-Renndirektor Atle Skaardal macht sich Sorgen um seine Sportart. Foto: Keystone

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Atle Skaardal, der abgesagte Super-G von Bad Kleinkirchheim wird nicht, wie geplant, nächste Woche in St. Moritz stattfinden. Was ist das Problem?
Die Rechteinhaber konnten sich nicht auf eine Finanzierung einigen.

Wer sind in diesem Fall die Rechteinhaber?
Swiss-Ski, das einen Vertrag mit der Vermarktungsagentur Infront hat, und das OK in St. Moritz.

Von welchem Betrag reden wir?
Ich kenne das Budget nicht. Aber es sind bereits zwei Rennen für St. Moritz geplant, davor haben wir zwei Trainingstage. Wir hätten also statt des zweiten Trainings den Super-G gehabt, ich schätze, es geht um ungefähr 100‘000 Franken. Ich finde es auf jeden Fall unglaublich traurig für unseren Sport, dass wir im Januar, der Hauptzeit für die Alpinen, so ein Rennen nicht finanzieren können.

Im Ort der alpinen WM 2017.
Das gibt einem schon zu denken. Wobei ich nicht St. Moritz die Schuld zuschieben will, es ist die Tatsache an sich, die mich beunruhigt.

Im Dezember hat es geklappt, da wurden die ausgefallenen Slalom und Riesenslalom von Courchevel nach Are verlegt.
Aber nur, weil zufällig auch die Rennen der Männer von Val d’Isere ausgefallen waren und in Are stattfanden. Ohne Wettkämpfe für Männer tun wir uns unglaublich schwer. Und ich muss sagen, das schockiert mich, wenn ich mir überlege, was das für die Zukunft unseres Sports heisst.

Spüren Sie den Spardruck auch in anderen Bereichen bereits?
Noch nicht, die OKs entwickeln sich trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation sehr gut. Aber ich befürchte, das wird nicht mehr lange so bleiben. Und dann kommt vielleicht der Moment, wo ein Veranstalter nicht mehr 400 Helfer aufbieten kann, sondern nur noch 200.

Müsste sich die Fis überlegen, eine Art Hilfsfonds für notleidende Wintersportorte einzurichten, um im Falle von St. Moritz zum Beispiel die Kosten zu übernehmen?
Dafür bin ich nicht die richtige Auskunftsperson. Aber ich bin sicher, dass wir uns in allen Bereichen überlegen müssen, wie wir unseren Sport verbessern und damit unsere Ausgangslage bei solchen finanziellen Verhandlungen.

Erstellt: 14.01.2015, 20:38 Uhr

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