Und plötzlich ist alles besser für Cuche

Schmierig statt eisig: Eine warme Nacht veränderte die Abfahrtspiste auf der Kandahar drastisch. Das ergibt eine neue Ausgangslage für das Rennen heute – auch zugunsten von Didier Cuche.

Appetit auf Gold: Didier Cuche.

Appetit auf Gold: Didier Cuche. Bild: Keystone

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Was ein paar Wolken anrichten können. Sie hingen in der Nacht auf gestern über Garmisch, liessen die Wärme nicht abziehen, und schon präsentierte sich die Kandahar am Tag vor dem heutigen Showdown um den Titel komplett anders als am Donnerstag. «Das ist ein ganz anderes Rennen», sagte Roland Platzer, Gruppentrainer von Didier Cuche (gestern 2.) und Silvan Zurbriggen (10.). Statt mit Eisflächen mussten die Fahrer mit einer weichen Piste zurechtkommen, die «eine schmierige Oberfläche» aufwies (Cuche). Und wie sie zurechtkamen, obwohl die Strecke noch immer das ganze Können abverlangt: Alle wirkten weit entspannter als am Vortag nach dem wilden Ritt über die eisige, unruhige Piste.

Alle? Nein, Christof Innerhofer, Super-G-Weltmeister und im ersten Training eine Klasse für sich, haderte. «Ich fühle mich wesentlich wohler, wenn es so richtig eisig ist, heute war das nicht so toll», sagte er nach Rang 30. Prompt nahm er sich aus dem Kreis der Favoriten, sprach von Cuche und Aksel Svindal (No/3.). Oder hat er bewusst Tempo herausgenommen, um genau das zu erreichen? Als Aussenseiter kommt der Südtiroler besser zurecht.

Der neue Wert der Nummern

Die Wetterprognosen sagten für die Nacht auf heute mehrheitlich bedeckten Himmel voraus. Möglicherweise wird die Piste noch weicher. Zumindest wissen nun alle den Wert der dicken Eisplatte zu schätzen, welche die Grundlage bildet: Sie ermöglicht überhaupt erst ein Rennen.

Fahrer mit hohen Startnummern müssen sich heute allerdings mit tiefen Furchen auseinandersetzen. Innerhofer erhielt mit der 9 die zweitbeste der möglichen Nummern seiner Gruppe (Position 8 bis 15 der Weltcupstartliste). Bei den Schweizern lagen Cuche mit der 18 und Zurbriggen mit der 19 im Mittelfeld der Top 7, die jeweils eine Nummer zwischen 16 und 22 ziehen. Ambrosi Hoffmann (gestern nur 36.) hat mit der Nummer 6 gar eine besondere Chance erhalten, Beat Feuz (29) dagegen hatte Pech. «Warten wir ab», sagte Chefcoach Martin Rufener, «wir wissen nicht wirklich, wie sich die Temperaturen entwickeln. Ausserdem lässt es sich nicht ändern.» Sprich: Lieber auf Sachen konzentrieren, die man beeinflussen kann. Zum Beispiel die Abstimmung beim Material, die ganz anders sein muss als am Donnerstag.Oder die Linie. Feuz überzeugte gestern als Neuntschnellster: «Ich hatte ein deutlich besseres Gefühl als im ersten Training. Man kann besser auf Zug fahren.» Zurbriggen war ebenfalls zufrieden, vor allem, weil die Sicht besser ist: «Es gab diesen unangenehmen Wechsel zwischen Schatten und Licht nicht mehr.»

Knapper Ausgang erwartet

Svindal erwartet nun ein «sehr enges Rennen, es wird keiner mit sechs Zehnteln Vorsprung gewinnen», sagte er mit Blick auf Super-G-Weltmeister Innerhofers Vorsprung im ersten Training. Vor allem Cuche ist wieder in den Fokus gerückt. Er verlor nur noch sieben Hundertstel auf den Trainingsschnellsten, Adrien Théaux (Fr), fuhr aber am Ende fast aufrecht. Allerdings hatte er auch eine Schrecksekunde zu verkraften: Am Kramersprung flog er weit, es drückte ihn extrem nach hinten, nur dank seiner Kraft konnte er sich retten. «Ich hatte den Funkspruch von Silvan gehört», sagte Cuche, Zurbriggen war zuvor das gleiche Missgeschick passiert. «Aber unmittelbar vor dem Sprung habe ich einen Schlag erwischt, deshalb konnte ich nicht die gewünschte Linie fahren.»

Es ging alles gut, die Strecke zeigte sich ja weit weniger ruppig als am Vortag. Das lag nicht nur an den warmen Temperaturen. Der Einsatz des Hobels, der die vielen kleinen Schläge im unteren Teil nach dem Freien Fall beseitigen sollte, wurde von den Fahrern gelobt. Es waren wirklich alle

Erstellt: 12.02.2011, 09:25 Uhr

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