«Was sich Reichelt erlaubt hat, geht gar nicht»

Mit einer Mischung aus leichter Enttäuschung und Humor reagierte Carlo Janka auf seine knappe Niederlage gegen Hannes Reichelt und Beat Feuz am Lauberhorn.

Trotz Rang 3 nicht ganz glücklich: Carlo Janka sinnt bereits auf Revanche in Kitzbühel.

Trotz Rang 3 nicht ganz glücklich: Carlo Janka sinnt bereits auf Revanche in Kitzbühel. Bild: Keystone

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Carlo Janka hatte nach seinem 3. Platz in der Lauberhorn-Abfahrt gemischte Gefühle. «Leider hatte ich beim Brüggli-S einen kleinen Fehler drin, sonst hätte es wohl ganz nach vorne gereicht», sagte der Bündner, der sich mit der Bestzeit in der Kombinationsabfahrt und starken Trainingsleistungen in die Favoritenrolle gefahren hatte. Darauf, dass mit Hannes Reichelt ausgerechnet ein Österreicher den Schweizer Dreifachsieg verhindert hatte, reagierte Janka mit Humor: «Was sich der Reichelt erlaubt hat, geht natürlich gar nicht. Da muss ich schon noch ein ernstes Wörtchen mit ihm reden.»

Reichelt, der auch vom Schweizer Publikum angefeuert worden war, bedankte sich artig für die Unterstützung: «Ich werde von den Leuten hier immer sehr gut behandelt. Vielleicht ist dies ein Grund, weshalb ich in Wengen so gute Resultate abgeliefert habe.» Zuvor war er im Berner Oberland zweimal Zweiter und einmal Dritter. Und mit einem süffisanten Lächeln schob der Spielverderber gleich nach: «Hoffentlich ändert sich das nach meinem heutigen Sieg nicht.» Die Sorge bleibt vorerst unbegründet, denn die Lacher und ein anerkennender Applaus der Menge zeugten von der grossen Fairness der Fans. Mit gleich sieben Schweizern unter den besten zwölf fällt diese Fairness allerdings auch nicht sehr schwer.

Feuz' grosse Erleichterung

Zufriedener als Janka war der zweitplatzierte Beat Feuz. Noch bevor Reichelt gestartet war, nannte der Emmentaler seinen knappen Vorsprung von 0,02 Sekunden gegenüber dem Teamkollegen «Schweizer Präzision». Anschliessend erklärte er, er sei mit dem Rennausgang überglücklich. Den zwölf Hundertstelsekunden, die er auf Reichelt verloren hatte, wollte er nicht nachweinen.

«Es war einfach ein Überlebenskampf für mich. Aber das war klar, schliesslich konnten sich andere Fahrer zwei Jahre auf solche Rennen vorbereiten. Ich hingegen war zu diesem Zeitpunkt nahezu am Ende meiner Karriere», sagte Feuz. Dass es nun vor eigenem Publikum zum 2. Rang gereicht hatte, taxierte er als «einfach genial».

Retourkutsche in Kitzbühel?

Im Gegensatz zu Janka, der Tagessieger Reichelt sogleich angedroht hatte, im Klassiker von kommender Woche am Hahnenkamm den Spielverderber zu spielen, äusserte sich Feuz trotz starker Form zurückhaltend: «Es war eine sehr anstrengende Woche und, anders als noch vor meinen Knieproblemen, muss ich mir alles hart erkämpfen.»

Bedenken ganz anderer Art äusserte Reichelt: «Zum Glück habe ich als Preis unter anderem einen Business-Class-Flug geschenkt bekommen. Ansonsten wäre ich auf dem Heimweg vor der Grenze wohl ein paar Mal herausgenommen worden.» Über diese Aussage konnte dann auch der enttäuschte Janka schmunzeln. Vielleicht auch, weil er insgeheim dachte: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Erstellt: 18.01.2015, 18:20 Uhr

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