Zum Hauptinhalt springen

Nur ein Deutscher verhindert die Schweizer Abfahrts-Gala

Thomas Dressen gewinnt in Saalbach. Hinter ihm klassieren sich gleich vier Schweizer.

Sichtliche Freude: Niels Hintermann fährt auf den fünften Platz.
Sichtliche Freude: Niels Hintermann fährt auf den fünften Platz.
Marco Tacca, Keystone
Carlo Janka zeigt in Saalbach eine starke Leistung und reiht sich hinter dem Podest auf dem vierten Platz ein.
Carlo Janka zeigt in Saalbach eine starke Leistung und reiht sich hinter dem Podest auf dem vierten Platz ein.
Giovanni Auletta, Keystone
Nämlich von Thomas Dressen. Der Deutsche gewinnt die Abfahrt von Saalbach und hat somit neben Feuz als einziger noch Chancen, die kleine Kugel zu gewinnen.
Nämlich von Thomas Dressen. Der Deutsche gewinnt die Abfahrt von Saalbach und hat somit neben Feuz als einziger noch Chancen, die kleine Kugel zu gewinnen.
Marco Tacca, Keystone
1 / 5

Zu viert standen sie im Ziel von Saalbach. Und überlegten, was sie nun tun sollten. Einer hatte die Idee: bei Peter Schröcksnadel vorbeischauen. Er meinte es nicht ernst. Das erzählte Carlo Janka. Schröcksnadel ist Präsident des österreichischen Skiverbands und wurde diese Woche im «Blick» zitiert: «Wenn wir im Nationencup hinter deinen Schweizern landen, höre ich auf.» Das Zitat ist zwar ein Jahr alt, und war – wohl auch mehr als Witz – an Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann gerichtet.

Würde es aber mehr Wahrheit enthalten als die Ankündigung eines geschlossenen Schweizer Auftritts vor ihm selbst, würde sich Schröcksnadel spätestens jetzt mit seinem Rücktritt befassen müssen. Die Schweiz führt mit 635 Punkten Vorsprung. Im österreichischen Saalbach gelang dem Abfahrtsteam eine Gala, wie es sie selten gab. Oder: seit 28 Jahren nicht mehr. 1992 in Kitzbühel, da fuhren letztmals vier Schweizer unter die ersten fünf. Es gewann Franz Heinzer. Dieser Sieg machte das Gesamtergebnis noch etwas wertvoller.

Herausragender Dressen

Am Donnerstag war mit Thomas Dressen ein Deutscher der Schnellste. Vor der ersten Zwischenzeit machte er einen gefährlichen Fehler, der Rest war herausragend – so gut, dass er Beat Feuz von der Spitze verdrängte. «Wahnsinn, dass es so aufgegangen ist», sagt Dressen nach seinem dritten Saisonsieg. Er fühle sich wie an Schweizer Meisterschaften mit deutscher Beteiligung.

Denn Feuz blieb Zweiter, zwei Hundertstel hinter ihm Mauro Caviezel – zum ersten Mal stand der Bündner in dieser Saison auf einem Abfahrtspodest. Trotzdem haderte er: Im Schlussabschnitt verlor er über eine halbe Sekunde auf Dressen. «Das ist etwas bitter», fand Caviezel. Da waren einige seiner Kollegen noch am Start. Und sie komplettierten das starke Teamergebnis. Carlo Janka wurde Vierter; er habe von seinen Lieblingsverhältnissen profitieren könne, sagt er.

Fünfter wurde Niels Hintermann. Der Zürcher war in einer Abfahrt noch nie besser klassiert. Dabei war er nicht gerade zuversichtlich. «Ich dachte, es wird schwierig, in die ersten 30 zu fahren», sagt er. Dann aber verfolgte er im Fernsehen am Start die Fahrten von Caviezel und Feuz – und fand: «Diese Piste ist richtig geil zu fahren.» Bei Hintermann setzte der sechste Platz von Bormio im Dezember neue Kräfte frei, er ist in der erweiterten Spitze angekommen.«Das hatte etwas ausgelöst», sagt er. Er habe momentan viel Spass: «Ich glaube, das spiegelt sich in meinen Leistungen.»

Es bleibt ein letzter Gegner

Fünf Fahrer konnten Beat Feuz vor diesem Rennen in Saalbach im Kampf um die kleine Kristallkugel noch abfangen: Aleksander Kilde, Matthias Mayer, Vincent Kriechmayr, Johan Clarey und eben Dressen. Nun ist es nur noch der Sieger von Saalbach. Kriechmayr war aus dem Rennen, als Feuz über die Ziellinie fuhr, Kilde kurz darauf. Clarey war auf Siegkurs, ehe ihm ein Fehler im Schlussteil unterlief. Matthias Mayer scheiterte klar.

Dressen liegt mit seinem Triumph nun 194 Punkte hinter Feuz. Zu vergeben sind in den letzten zwei Abfahrten in Kvitfjell und Cortina noch deren 200.

----------

Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch