Überraschender Abgang von Zurbriggen

Pirmin Zurbriggen tritt per sofort aus dem Präsidium von Swiss Ski aus. Der einstige Ski-Star führt private Gründe für seinen Abgang an.

«Die Demission ist reiflich überlegt»: Pirmin Zurbriggen (Archivbild).

«Die Demission ist reiflich überlegt»: Pirmin Zurbriggen (Archivbild). Bild: Keystone

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Pirmin Zurbriggen ist am Donnerstag an der Präsidiumssitzung von Swiss-Ski in Muri BE per sofort zurückgetreten. Der 48-jährige Walliser war erst im Juni 2008 an der Delegiertenversammlung in Saas-Fee ins Präsidium des Verbandes gewählt worden.

Die Demission von Zurbriggen schlug unter seinen Präsidiumskollegen und bei Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann wie ein Blitz ein. «Pirmin hat seinen Rücktritt erst gegen Ende der Sitzung bekannt gegeben. Niemand vom Präsidium oder von der Geschäftsleitung hatte zuvor auch nur das Geringste geahnt. Es kam für alle völlig überraschend», sagte Lorenz Liechti, Leiter Kommunikation von Swiss-Ski. Liechti verneinte auch, dass ein Krach die Ursache für den sofortigen Rücktritt gewesen sei. In diesem Fall erstaunt allerdings schon, dass Zurbriggen seinen Abgang quasi Knall auf Fall inszeniert hat und nicht mehr bereit ist, während den weniger als drei verbleibenden Monaten bis zur nächsten Delegiertenversammlung in Fiesch (wo er ordentlich zurücktreten könnte), im Präsidium mitzuwirken.

Reifliche Überlegung

Er habe sich diesen Entscheid reiflich überlegt, doch er sei zum Schluss gekommen, dass der Aufwand, um auf nationaler Ebene Veränderungen bewirken zu können, weit über seinem zur Verfügung stehenden Zeitrahmen liege, so Zurbriggen. Der Hotelier will sich in Zukunft wieder vermehrt seiner Familie sowie verschiedenen privaten und beruflichen Projekten widmen. Am Herzen liegen ihm insbesondere die Förderung und Weiterführung des Projektes «Schule und Schneesport» im Wallis und der Talentschmiede in der Westschweiz. Auch das Amt als Präsident des Walliser Skiverbandes, welches er seit 2004 inne hat, behält der Abfahrts-Olympiasieger von 1988 und je vierfache Weltmeister und Gesamtweltcupsieger bei.

«Diese Tätigkeit liegt mir nach wie vor sehr am Herzen und ich werde mich in Zukunft mit noch mehr Freude und Enthusiasmus dafür einsetzen», sagte Zurbriggen. Im Umkehrschluss heisst dies, dass der Walliser - der innerhalb des Swiss-Ski-Präsidiums jeweils eine kritische Stimme war und der bei den Entscheiden der Verbandsoberen immer auch die Sicht des (ehemaligen) Athleten und des mit der Basis eng verbundenen Teilverbandspräsidenten einfliessen liess - auf nationaler Ebene keine Freude und Enthusiasmus mehr verspürte.

Swiss-Ski liess verlauten, dass man die Demission von Zurbriggen, der viel Fachwissen und Erfahrung in das Präsidium eingebracht habe, bedauere. (mrs/si)

Erstellt: 14.04.2011, 20:00 Uhr

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