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Das Wetter macht Beat Feuz Sorgen

Die Frage nach dem Gesamtweltcup-Sieger stellt beim Finale in Schladming alles in den Schatten. Auch den Abschied von Didier Cuche.

55 Punkte Vorsprung, aber weiche Pisten in Aussicht: Beat Feuz, Speed-Spezialist und Gesamtweltcup-Leader aus der Schweiz.
55 Punkte Vorsprung, aber weiche Pisten in Aussicht: Beat Feuz, Speed-Spezialist und Gesamtweltcup-Leader aus der Schweiz.
Keystone
Seine Disziplinen bergen ein höheres Ausfall-Risiko: Marcel Hirscher, Techniker und Verfolger aus Österreich.
Seine Disziplinen bergen ein höheres Ausfall-Risiko: Marcel Hirscher, Techniker und Verfolger aus Österreich.
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Der Abschied steht bevor: Didier Cuche trägt seine Dernière im Schatten des Kampfs um den Gesamtweltcup aus.
Der Abschied steht bevor: Didier Cuche trägt seine Dernière im Schatten des Kampfs um den Gesamtweltcup aus.
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Ein fünfter Schweizer nach Peter Lüscher, Pirmin Zurbriggen, Paul Accola und Carlo Janka? Oder ein fünfter Österreicher nach Karl Schranz, Hermann Maier, Stephan Eberharter und Benjamin Raich? Beat Feuz oder Marcel Hirscher? Wer stemmt nach dem letzten Rennen am Sonntag die grosse Kristallkugel? Der Showdown zwischen den beiden Draufgängern ist beim Weltcup-Finale in Schladming das alles dominierende Thema.

Feuz hat 55 Punkte Vorsprung und ist deshalb im Vorteil. Doch die Ausgangslage wird sich mit jedem Rennen verändern. Der Emmentaler muss in der Abfahrt am Mittwoch und im Super-G am Donnerstag zuschlagen. Der Wetterbericht sorgt bei Feuz für zwiespältige Gefühle. Weil sich ein stabiles Hoch ankündigt, sollten alle Rennen stattfinden können. Doch die Pisten werden wohl frühlingshaft weich sein, was Feuz nicht entgegenkommt.

Weil in Schladming in diesem Jahrtausend ausser dem alljährlichen Männer-Slalom noch keine Weltcup-Rennen stattgefunden haben, betritt Feuz in der Steiermark wie so viele Neuland. Das Weltcup-Finale ist auch ein grosser Testlauf für die WM im nächsten Jahr. Wie Feuz mit der modifizierten WM-Abfahrt von 1982 zurechtkommt, wird man heute im einzigen Training sehen.

Für Marcel Hirscher gibt es nach dem Einfädler im Slalom am Sonntag nur eine Devise: Angriff total. Taktische Hintergedanken sind ihm in Kranjska Gora schlecht bekommen. Von diesen Fesseln hat sich Hirscher - wenn auch unfreiwillig - befreit. Hirscher wird aller Voraussicht nach schon zum Super-G am Donnerstag antreten. Die Top 15 sind in dieser Disziplin sein Massstab, genauso wie für Feuz im Riesenslalom - sofern er am Samstag noch antreten muss. Ab Rang 16 gibt es beim Finale keine Punkte mehr.

Auch Cuche noch an drei Fronten involviert

Feuz ist als klarer Aussenseiter auch noch in die Dreikämpfe um die kleinen Kristallkugeln für den jeweils Besten in den beiden Speed-Disziplinen involviert. In der Abfahrt führt Klaus Kröll vor seinem Heimrennen mit 48 Punkten Vorsprung auf Didier Cuche und 51 auf Feuz, im Super-G Aksel Lund Svindal 42 Punkte vor Cuche und 45 vor Feuz.

Nur schon für den besser positionierten Cuche müsste also viel zusammenpassen, damit er den sechs kleinen Kristallkugeln in seinem Trophäenschrank eine weitere hinzufügen kann. Im Gesamtweltcup schielt der Neuenburger als Fünfter noch in Richtung Rang 3. Sein Rückstand auf den drittklassierten Ivica Kostelic, der sich in Schladming möglicherweise auf den Slalom konzentrieren wird, beträgt 111 Punkte, Svindal hat 78 Punkte mehr.

Ob sich Cuche am Samstag im Riesenslalom mit einem ernsthaften Renneinsatz oder einer ausgedehnten Showeinlage in den sportlichen Ruhestand verabschieden wird, hängt wohl von der Situation im Gesamtweltcup ab. Den Riesenslalom-Weltcup wird sich Marcel Hirscher dank 92 Punkten Vorsprung auf Ted Ligety nicht nehmen lassen, im Slalom hat neben Kostelic (610 Punkte) und Hirscher (560) auch noch André Myhrer (544) Chancen.

Ein Rang im Wert von einer Viertelmillion

Die Frauen fahren im Gegensatz zur WM 1982 nicht in Haus im Ennstal, sondern ebenfalls in Schladming - auf eigenen Pisten, die in den gleichen Zielraum wie jene der Männer münden. Die Spannung ist weitgehend draussen. Offen sind nur noch zwei Entscheidungen. Vonn führt im Super-G 94 Punkte vor Anna Fenninger und dürfte sich eine vierte Kugel nach Gesamtwertung, Abfahrt und Super-Kombination sichern. Für eine fünfte im Riesenslalom bräuchte Vonn aufgrund von 95 Punkten Rückstand auf Viktoria Rebensburg ein kleines Wunder.

Lara Gut, Fränzi Aufdenblatten, Nadja Kamer und Martina Schild, die nach der Verletzungswelle als Schweizer Vertretung übrig geblieben sind, müssen auch deshalb um jeden Punkt kämpfen, weil Swiss-Ski rund eine Viertelmillion an Erfolgsprämien durch die Lappen gehen, wenn die Schweiz in der Nationenwertung hinter Italien auf dem 3. Platz verbleibt. Der Rückstand ist mit 353 Punkten sehr happig.

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