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Den Braten gar nicht erst riechen lassen

Dario Cologna steigt mit Zuversicht in die letzten Wettkampftage der Tour de Ski. In den Schlussrennen will der Leader bei der Konkurrenz keine Hoffnungen mehr wecken.

si/mrm
«Ich denke, es sollte passen.» Dario Cologna gibt sich kurz vor Ende der Tour de Ski locker.
«Ich denke, es sollte passen.» Dario Cologna gibt sich kurz vor Ende der Tour de Ski locker.
Keystone

Noch zwei Etappen trennen Dario Cologna von seinem vierten Triumph in der Tour de Ski – nach einer Pause von sechs Jahren. Der Leader zeigte sich am zweiten Ruhetag optimistisch. «Ich fühle mich immer noch gut. Natürlich ist man ein wenig müde, aber das sind die anderen auch. Ich denke, es sollte passen», sagte der dreifache Olympia- und Tour-de-Ski-Sieger Dario Cologna. «Das Val di Fiemme ist sicher ein spezieller Ort für mich, den ich mit meinen Erfolgen an der Tour de Ski und an der Weltmeisterschaft verbinde. Hier liegt auch meine Lieblingsstrecke, deshalb bin ich immer gerne hier.»

Nimmt man die Topografie als Massstab, bildet der Schlussaufstieg vom Sonntag hinauf zur Alpe Cermis das Pièce de Résistance. Im 3,6 km langen Anstieg mit 425 Höhenmetern und Passagen mit bis zu 28 Prozent Steigung liefert das meistgesehene Langlaufrennen eindrückliche Bilder. Und Cologna dürfte – sofern er tatsächlich vor dem Russen Sergei Ustjugow und dem Norweger Martin Johnsrud Sundby in den Hang einbiegt – als Erster oben ankommen.

Leicht steigt besser

Leicht fliegt besser, heisst es im Skispringen. Leicht steigt auch besser im Langlauf, allerdings nur bedingt. Denn der Langläufer lebt primär von seinem Motor, auch im Anstieg. Cologna ist nicht der Leichteste, verfügt aber über einen grossen Hubraum. Und das Schwergewicht Ustjugow muss gegenüber einem Sundby nicht zwangsläufig gross im Nachteil sein. Die Bärenkräfte des Russen machen möglicherweise die zusätzlichen Kilos wett. Die Vergleiche aus vergangenen Jahren, wer wie schnell die letzten Kilometer meisterte, taugen nur bedingt. Denn der Anstieg zur Alpe Cermis ist primär eine mentale Angelegenheit. Da erleichtert die Aussicht auf den Erfolg das Leiden ungemein.

Cologna ist also daran interessiert, dass seine Gegner den Braten erst gar nicht riechen. Die aktuell 53 beziehungsweise 68 Sekunden Vorsprung auf Ustjugow und Sundby würden wohl den Duft des Gesamtsieges vom Russen und Norweger fernhalten. Vor diesem Hintergrund kommt der Etappe vom Samstag über 15 km klassisch mit Massenstart eine ebenso wichtige Bedeutung zu wie der Alpe Cermis. 45 Bonussekunden lässt sich ein Langläufer maximal gutschreiben, sofern er in den zwei Zwischensprints und im Ziel als Erster die Linie überquert.

Bonussekunden im Visier

Unter normalen Umständen droht Cologna keine Gefahr, obwohl Ustjugow der bessere Sprinter ist. Aber ein Stockbruch oder ein Sturz ist schnell passiert. Unteren anderen war Ustjugow am Donnerstag beim Massenstartrennen in Oberstdorf im Pulk eingeklemmt und musste tatenlos zusehen, wie Cologna seinen Vorsprung allein dank der Bonussekunden um 23 Sekunden ausbaute.

«Ich will taktisch ähnlich laufen wie in Oberstdorf: Mich vorne im Feld aufhalten und unterwegs einige der Bonussekunden ergattern», sagte Cologna. «Die Strecke ist allerdings um einiges härter und deshalb erwarte ich ein Rennen mit deutlich grösserer Selektion. Das Ziel ist es, dass ich die Konkurrenten im Gesamtklassement nicht zu nahe aufschliessen lasse.»

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